Prestigeerfolg für Sturm Graz zum Auftakt der Europa League: So kann man das torlose Unentschieden gegen den französischen Spitzenklub Rennes vor 13.000 Zuschauern im Liebenau-Stadion bezeichnen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Sturm zwei Tage weniger Pause hatten als die Franzosen nach ihrem Freitag-Spiel in der Ligue 1. Der russische Tormann Danili Khudyakov und der deutsche Abwehrriese Joshua Quarshie (Bild) im Abwehrzentrum erwiesen sich als solider Rückhalt. Zur Belohnung für die Nullnummer gab es die erste Unentschiedenprämie. Die macht in der Europa League 150.000 Euro aus, 550.000 weniger als in der Königsklasse.
Trainer Fabio Ingolitsch dachte wohl auch schon an den Ligaschlager am kommenden Sonntag in Salzburg, ließ zu Beginn Kapitän Jon Gorenc Stankovic und Simon Seidl auf der Bank, ebenso den neuen Stürmer Oumar Diakite. Sturm begann mit Fünferabwehr, mit Albert Vallci, Quarshie und Paul Koller als Innenverteidiger, agierte mit Manndeckung, reagierte vor den Augen von Franco Foda, der Kosovos Teamspieler Valmir Matoshi für die Nations League-Spiele gegen Irland, Österreich und Israel beobachtete, bis zur Pause fast nur. Mit dem Ball war Rennes eindeutig die bessere Mannschaft. Ein Glück, dass der holländische VAR Clay Ruperti die schnelle Führung der Franzosen wegen Hands annullierte, wie später auch den vermeintlichen Sturm-Treffer von Koller wegen Abseits. Mit dem 0:0 war Sturm bis zur Pause gut bedient, steigerte sich in der zweiten Hälfte. on der Jakob Hödl sogar die Führung auf dem Fuß hatte. Mit der Einwechslung von Diakite und Filip Rozga statt Gizo Mamagehvili und Belmin Beganovic wurde Sturm aktiver und auch gefährlicher, im Finish brachten Seidl und Stankovic statt Matoshi und Luis Balbo noch mehr Schwung. Seidl scheiterte im Finish der regulären Spielzeit an Rennes-Tormann Brice Samba, in der achtminütigen Nachspielzeit dominierte sogar Sturm. Am Ende lautete das Schussverhältnis 19:9 für Rennes. Sturm kann mit dem Punkt sicher besser leben als der französische Favorit: „Wir haben uns mehr als nur tapfer geschlagen“, lobte Ingolitsch.
Österreicher-Siege gab es für Kevin Danso mit Sunderland das erste Europacupspiel des Klubs aus der Hafenstadt seit 53 Jahren daheim mit 1:0 (0:0) gegen Alkmaar und Teamneuling Felix Bacher mit Lyon in Brüssel mit 2:1 (2:0) gegen Anderlecht. Bacher spielte ab der 46. Minute. Im großen Schlager gelang Benfica Lissabon in Mailand mit 2:0 (1:0) gegen Milan der erste Sieg über die Italiener in der Europacupgeschichte.
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