Letzten Samstag brachte Red Bull Salzburgs Trainer Thomas Letsch beim 2:1-Sieg gegen Hartberg in der Südstadt Dorgeles Nene als Joker (Bild), der prompt das Siegestor von Petar Ratkov vorbereitete. Zwei Tage später flog der 22 jährige Legionär aus Mali, der letzte Saison mit 15 Toren und neun Assists der effizienteste Salzburger Offensivspieler war, nach Istanbul. Sein Wechsel zum türkische Vizemeister Fenerbahce und damit zu Startrainer Jose Mourinho soll praktisch fix sein. Die in der Türkei kolportierte Ablösesumme liegt bei 16 Millionen Euro, kann sich aber mit Boni noch bis zu 20 steigern. Selbst die 16 sind allein nicht viel weniger als Rapid für Mamadou Sangare und Isaak Jansson zusammen bekommt.
Mit Nenes Abgang steigt Salzburgs Transferplus weiter. 14,75 Millionen brachte der Wechsel von Oscar Gloukh zu Ajax Amsterdam, acht der von Samson Baidoo zu Lens, zwölf der von Amar Dedic zu Benfica Lissabon, „mickrige“ 2,1 der von Nestor Capaldo zum deutschen Aufsteiger Hamburger SV. Das sind mit Nene zusammen 52,85 Millionen. Demgegenüber stehen acht Millionen für die Neuzugänge Frans Krätzig, Jacob Rasmussen, Sota Kitano und Kerim Alajbegovic. Bleibt ein Plus in der Transferbilanz von 44,85 Millionen. Das aber zugleich ein sportliches Defizit bedeutet. Die Abgänge von Gloukh und Nene, auch der von Baidoo, beuten eine Schwächung des Kaders. Für die Position von Dedic kam Stefan Lainer, aber auf den Abgang von Unterschiedsspieler Gloukh und Nene fehlt die Antwort. Der Grund dafür bleibt rätselhaft. Denn Sportchef Rouven Schröder hätte genug Millionenreserven, um zu reagieren. Passiert bis zum Transferschuss am 5. September nichts, dann müssen sich die Salzburg-Fans von der Hoffnung auf eine gute Rolle in der Ligaphase der Europa Lague verabschieden, eher auf eine dritte Saison ohne Titel eingestellt sein.
Eine Vertragsauflösung in beiderseitigem Einvernehmen, wie es so schön heißt, gab es beim LASK. Mit dem 36 jährigen deutschen Weltmeister von 2014, Jerome Boateng, der im Sommer 2024 von Salernitana, wo er wenig zum Einsatz gekommen war, nach Linz wechselte. Auch beim LASK wurde er nicht wie zu seinen besten Zeien bei Bayern München zum Abwehrchef: Im Herbst eine Leistenoperation, insgesamt nur 14 Einsätze, davon nur vier in der Startelf. Auf kritische Kommentare zur Boateng-Verpflichtung hatte Siegmund Gruber, der CEO des LASK, verärgert reagiert, sogar mit Klagen gedroht. Offenbar sah nach einem Jahr auch er ein, dass Boateng dem LASK nicht helfen kann. Den 14 Jahre jüngeeren Nachfolger hat deer LASK schon parat, natürlich wieder einen Ausländer: Den Brasilianer Joao Victor Tornich, dessen „Künstlername“ Alemao an den brasiisnichen Teamspieler der Achtzigerjahre erinnert. Tornich oder Alemao kommt aus Portugal, spielte mit Portimonense in der ersten und zweiten Liga.
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