Dreimal Solotraining bei Österreichs Team am Freitag in Boca Raton. Für Kapitän David Alaba und Alessandro Schöpf zwecks Belastungssteuerung, bei Stefan Posch, weil seine Gesichtsmaske zum Schutz des gebrochenen Kiefers noch nicht eingetroffen war. Der Verteidiger war am freien Donnerstag in Begleitung des zweiten Teamarztes Christoph Resinger bei einem Spezialisten in Los Angeles, um sich die Maske anpassen zu lassen. Die wurde in der Nacht auf Freitag in Phoenix produziert, Freitagabend holte sie Posch in Los Angeles ab. Samstag wird er vor dem Flug nach Dallas im Harder-Stadium erstmals damit trainieren. Gibt es keine Probleme, dürfte er Montagmittag gegen Weltmeister Argentinien und Lionel Messi spielen. Eine Gesichtsmaske trägt wegen eines Kieferbruchs auch Algeriens Tormann Luca Zidane. Apropos Tormann: Der von Argentinien, Emiliano Martinez, Legionär bei Europa-League-Sieger Aston Villa, prophezeite einen algerischen Sieg gegen Österreich, wünschte Algerien den Aufstieg.
Beim 3:1 gegen Jordanien pfiff erstmals ein Schiedsrichter aus Mauretanien ein Spiel von Österreich, gegen Argentinien wird ein ägyptischer Referee im Einsatz sein. Für den 40 jährigen Amin Mohamed Omar (Bild) sein zweites WM-Spiel nach dem 2:1 von Südkorea gegen Tschechien in Guadalajara. Algerien beschwerte sich bei der FIFA über die Leistung des polnischen Unparteiischen Szymon Marciniak beim 0:3 gegen Argentinien. Algerien fand, dass der Tritt von Superstar Lionel Messi gegen Kapitän Aissa Mardi reif für eine rote Karte war. Auswirkungen auf das Österreich-Spiel wird das keine haben.
Den Aufstieg in die k.o.-Phase haben die Veranstalter USA, Kanada und Mexiko praktisch schon geschafft, ebenso die Schweiz mit dem 4:1 gegen Bosnien. Die USA feierte Freitag in Seattle gegen Australien mit GAK-Legionär Jacob Italieno mit 2:0 (2:0) den zweiten Sieg, der durch ein australisches Eigentor eingeleitet wurde. Donnerstag fixierte Mexiko in Guadaljara mit 1:0 (0:0) den Gruppensieg. Das goldene Tor fiel durch einen „Flutschfinger“ von Südkoreas Torhüter Seonf-gyu Kim. Austria-Verteidiger Tae-Seok Lee kam bei der Niederlage nicht zum Einsatz. Kanada jubelte in Vancouver über seinen ersten WM-Sieg, der mit 6:0 (3:0) gegen Katar viel höher als erwartet ausfiel. Ab der 33. Minute spielte Katar nur mit zehn Mann, da stand es bereits 2:0, ab der 51. Minute nur noch mit neun, da Mittelfeldspieler Assim Madibo für eine Brutalo-Aktion ebenfalls die rote Karte bekam. Danach fielen noch drei Treffer. Kanadas Mittelfeldspieler Ismail Kone, Legionär in Italien bei Sassuolo, erlitt bei der Attacke einen Schien-und Wadenbeinbruch. Drei Tore erzielte Juventus-Stürmer Jonathan David. Er ist der erste Spieler seit 60 Jahren, der bei der WM in einem Match drei erzielte. Der letzte war Geoff Hurst 1966 in Wembley beim 4:2 im Finale gegen Deutschland. Ein großer Tag für Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch, dass er Kanadas erster Teamchef ist, der bei der WM einen Sieg feierte und aufsteigt. Daher ist Marsch sicher Kanadas „Lieblings“-Amerikaner. Nach dem Spiel gab es ein Shakehands mit Katars spanischem Teamchef Julien Lopetegui, dann riss sich Marsch aber los, machte eine wegwerfende Handbewegung. Weil er zu wenig Respekt vom Velierer fühlte. Mittwoch geht es in Vancouver gegen die Schweiz um den Gruppensieg.
Foto: FIFA.