Die Wiener Austria konnte sich in der Sommertransferzeit nur drei Zugänge leisten, die keine Ablöse kosteten. Julian Hettwer kam vom deutschen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf, Jonas Feddersen aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Knapp 7,5 Millionen nahm die Austria aus Verkäufen von Abubakr Barry, Ifeany Ndukwe, Konstantin Aleksa, Dejan Radonjic und Moritz Wels ein, wobei Ndukwe noch vor der Amtsübernahme von Sportchef Tomas Zorn viel zu billig an Liverpool abgegeben wurde. Warum bei diesen Aspekten Trainer Stephan Helm der Schuldige für den Fehlstart sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Da suchen sich einige Klubfunktionäre und die Fans den falschen Sündenbock aus.
Das Schlusslicht Wolfsberg erlebt nicht zum ersten Mal so schwere Zeiten wie diesmal: Schon in der Saison 2015/16 gab es in den ersten neun Runden nur fünf Punkte. Damals entschloss sich Trainer Dietmar Riegler zum Trainerwechsel: Für Didi Kühbauer kam Heimo Pfeifenberger. Bei der Rückkehr machte Kühbauer Wolfsberg 2025 zum Cupsieger und zur Mannschaft des Jahres. Letzte Woche wurde er nach dem Double und der Champions-League-Qualifikation mit dem LASK zum Trainer des Jahres gewählt. Reagiert Riegler so wie vor elf Jahren mit dem Trainerwechsel? Nach fünf Niederlagen in Folge, nur einem Punkt aus den letzten sieben Runden leitete Thomas Silberberger Montag wieder das Training. TV-Teams mussten ohne Neuigkeiten, die viele nach einer sogenannten Krisensitzung am Sonntag, bei der auch Silberberger dabei war, erwarteten, abziehen. Oder passiert erst am trainingsfreien Dienstag etwas? Silberberger wird vorgeworfen, dass praktisch nur Spieler geholt wurden, die er wollte, die aber bisher zu wenig brachten. Nichts dafür kann er, dass Wolfsberg keinen Tormann mehr hat, der wie Nikolas Polster letzte Saison Punkte und den Klassenerhalt rettete.
Es wird spekuliert, dass Jürgen Säumel (Bild), der letzte Meistermacher von Sturm Graz, nach zehn Monaten Pause wieder ins Trainergeschäft einsteigen könnte. Er war schon einmal bei Wolfsberg. Nach seinem Job als Co-Trainer bei Österreichs Nationalteam unter Franco Foda 2022/23 bei der zweiten Mannschaft von Wolfsberg. Es soll aber etwas geben, was gegen Säumels Ja zum Rettungskommando spricht: Damals hatte er von Riegler die Zusage, dass er zum Chef befördert wird, sollte der deutsche Trainer Robin Dutt entlassen werden. Das geschah. Aber nicht Säumel wurde der Nachfolger, sondern Manfred Schmid. Säumel wechselte deshalb leicht verärgert zur zweiten Mannschaft von Sturm.
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