Fußball

20 Millionen weg: Kein Geschäft mit Trainingslagern und Sommerkick

Österreich als das bevorzugte Land von europäischen Klubs für Sommertrainingslager wird es heuer nicht mehr geben. Auch eine Auswirkung der  Corona-Pandemie, die brutal heißt: Rund 20 Millionen Euro Umsatz weg, 100.000 Nächtigungen fallen aus, riesiger Schaden für die Veranstalter und Hotels. Betroffen davon in erster Linie die Nummer eins der Branche, Hannes Empl (Bild oben) und sein Unternehmen SLFC, das in Leogang daheim ist. SLFC steht für Salzburg Land Fußball Camps. Das Trainingslager von Österreichs Fußballdamen in Marbella war seine vorerst letzte vollzogene Aktivität. Alle anderen bereits unterschriebenen Verträge sind entweder, wenn es die Europameisterschaft betraf, um ein Jahr verschoben, andere wieder völlig in Schwebe: „Ich kann nur abwarten“ sagt Empl. Punkto Europameisterschaft vermittelte er das Hotel Nidum in Seefeld an Deutschlands Team als Trainingslager und an Österreich als Base-Camp. Holland wäre an den Wörther See ins Schlosshotel nach Velden zur Vorbereitung gekommen, Russland wie gewohnt unter Teamchef Stani Tschertschessow ins Tiroler Stubaital. Aufgeschoben als 2021. Betroffen von der Verschiebung der Europameisterschaft auch das Avita-Resort in Bad Tatzmannsdorf als Ort von Österreichs Vorbereitung.  Durch das Terminchaos, bei dem noch keine weiß, wie es weiter geht,  beispielsweise besonders das Hotel Dilly in Windischgarsten, in dem 2019 sechs Teams ihr Trainingslager, etwa Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt und Union Berlin, abhielten. Wird´s heuer nicht mehr spielen. Ebenso nicht, dass Ralph Schader wiederum Watford zum Stanglwirt nach Going bei Kitzbühel bringen wird.

Ein Blick zurück: 2019 profitierten 44 Orte vom Trainingslager-Land Österreich, allein 17 in Tirol. Je zehn in Salzburg und der Steiermark, sieben in Oberösterreich, vier in Kärnten, je zwei in Vorarlberger, dem Burgenland und Niederösterreich. 200 Freundschaftsspiele wurden organisiert, also ein blühender Sommerkick. Mehr als 90 Mannschaften kamen nach Österreich, allein 25 aus Deutschland. Elf aus Russland, zehn aus England, acht aus Tschechien. Das waren die „besten“ Gäste. Darunter prominente Namen wie der regierende Europa-League Sieger Chelsea, Ajax Amsterdam als Semifinalist der Champions League und holländischer Meister, RB Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg, Schalke 04, Hoffenheim, Werder Bremen, Freiburg, Arminia Bielefeld, der 1.FC Köln, der Hamburger SV, Ukraine-Meister Schachtjor Donezk, Dynamo Kiew, Girondins Bordeaux aus Frankreich, Celtic Glasgow, West Ham, damals noch mit Marko Arnautovic, Southampton mit Ralph Hasenhüttl, Olympiakos Piräus aus Griechenland. Im steirischen Pöllau organisierten die International Football Camps Styria für einen russischen TV-Sender ein mit 100.000 Euro dotiertes Turnier mit Spartak und ZSKA Moskau, Rostow, Krasnodar. Von all dem muss man sich heuer verabschieden.

Empl, dem man nachsagt, dass er mit jedemeine Geprächsbasis aufbauen kann,  schickte seine Mitarbeiter in Kurzarbeit: „Zum Glück haben wir in den Zeiten, in denen wir gut verdient haben, ein bisschen gespart“, meinte der 50 jährige. Der so gut vernetzt ist, dass er  selbst in der angespannten Situation erste Signale aus Deutschland bekam, die Hoffnung machen. Wenn es die Zeit und die Situation erlauben, dann denken doch einige Klubs an eine Trainingswoche in Österreich. Vereine, bei denen Österreicher engagiert sind. Etwa RB Leipzig oder  Schalke. Aber vorerst heißt es abwarten.

Foto: SLFC.

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