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46 Minuten vor Mitternacht Happy-End für Austria nach Penaltythriller

Ein Ex-Austrianer wuchs zu FC Salzburgs Retter auf Zypern: Haris Tabakovic verhinderte in Limassol das drohende Ausscheiden gegen den FC Pafos, verwandelte innerhalb von 16 Minuten nach der Pause ein 0:2, mit dem Salzburg nichts ins Play-off gekommen wäre, mit einem Hattrick, darunter einen verwandelten Elfmeter zum 3:2. Endstand 3:3 (0:2), Salzburg kam mit 4:3 weiter, Tabakovic erzielte auch das späte Siegestor zum 1:0 im Heimspiel. Play-off-Gegner ist der schwedische Überraschungsmeister Mjällby, der in der Champions-League-Qualifikation gegen Slovan Bratislava chancenlos war. Sollte Salzburg wider Erwarten ausscheiden, geht es in der Ligaphase der Conference League weiter. Salzburg zahlte zwar an Hoffenheim für den 32-jährigen Bosnier stolze fünf Millionen Euro Ablöse, aber schon in den ersten vier Einsätzen war Tabakovic sein Geld wert.

Der entscheidende Schütze für Austria ist zwölf Jahre jünger als Tabakovic und ein Eigengewächs. Sanel Saljic schoss beim 2:1 gegen Beitar Jerusalem in Ploiești das Siegestor, verwandelte Mittwoch im Heimspiel den entscheidenden Penalty zum 4:2 im Elfmeterschießen, das auf ein 1:2 (1:2, 1:2) nach Verlängerung folgte. 46 Minuten vor Mitternacht war das violette Happy End nach einem Penaltythriller perfekt. Eine glückliche Premiere für den neuen Sponsor Aramark. Der zweite Held der Austria war Torhüter Samuel Sahin Radlinger, nicht nur mit einem gehaltenen Penalty (Bild). Er verhinderte auch das Ausscheiden nach regulärer Spielzeit. Austrias Play-off-Gegner ist Sporting Braga, letzte Saison noch Semifinalist in der Europa League. Mit Leistungen wie gegen Israels Vizemeister wird Austria chancenlos sein.

Austrias Trainer Stephan Helm ritt der „Rotationsteufel“. Er entschloss sich zu acht Umstellungen, nur eine war durch die Verletzung von Johannes Eggenstein erzwungen. Von der Startelf beim 0:2 gegen LASK vier Tage zuvor blieben nur Sahin Radlinger, Abwehrchef Aleksandar Dragovic und Julian Hettwer. Vor 7663 Zuschauer wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen, hätte Hettwer nach 14 Minuten die große Chance zur Führung genutzt. Der Deutsche vergab sie, danach kam Beitar immer mehr auf. Zeigte sich, dass die vielen Umstellungen auf Dauer nicht gut sind, weil sich keine Stamm einspielen kann. Zudem entschloss sich Helm, nicht wie gewohnt mit drei Innenverteidigern, sondern mit Viererabwehr zu agieren. Im 4-2-3-1 musste Kapitän Manfred Fischer beispielsweise statt wie gewohnt im Zentrum auf der Außenposition beginnen, die sicher nicht seine beste ist. So viel Qualität hat Austrias Kader nicht, dass es praktisch egal sein kann, wer auf welcher Position beginnt.

Nach 33 Minuten führte Beitar, nach 56 Minuten hieß es 0:2.  Ein Glück, dass zwei Minuten später Beitars Abwehr Hettwer den Ball servierte. Dessen Schuss wehrte Tormann Miguel Silva nach vorne ab, Kelvin Boateng nützte den Abpraller, machte damit seinen Aussetzer vor dem 0:1, als er den Torschützen Omer Atzili nur begleitete, statt ihn zu attackieren, halbwegs wieder gut. Danach riskierte keiner mehr etwas, doch plötzlich ergab sich für Fischer in der 87. Minute die Ausgleichschance. Weil sich der Ball versprang, traf er ihn nicht. So brauchte es eine Topreaktion von Sahin Radlinger, so wäre es in der Nachspielzeit 1:3 gestanden.

In der Verlängerung schien Beitar dem Tor zum Aufstieg näher als die Austria. So musste das Elfmeterschießen entscheiden. Fischer gewann die Platzwahl, geschossen wurde vor der Osttribüne, dem Fansektor der Austria. Die ersten drei Austria-Schützen (Fischer, Tae-seok Lee, Reinhold Ranftl) verwandelten, Beitar traf beim dritten Penalty die Latte. Vasilje Markovic hätte für das 4:2 sorgen können, doch er schoss an die Stange. Nach Sahin Radlingers Großtat kam Saljic, traf mit links ins Kreuzeck und sorgte für das stürmisch umjubelte Happy End.  Drei der vier Austrianer, die ihre Elfmeter verwandelten, wurden erst in der zweiten Hälfte eingewechselt (Ranftl, Tae-seok Lee und Saljic). Zum Glück gab es durch den Rückstand die Korrektur der Großrotation.

Foto: Yigit Oerme.

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