Keine großen Neuigkeiten brachten die 90 Minuten mit Ralf Rangnick am Sonntagabend bei „Talk&Tore“ von Sky. Er ließ sich auf nicht festlegen. Weder über Vorstellungen bei der Präsidentschaft des ÖFB („wir brauchen jemanden, der richtige Führungsqualitäten hat, den Weg vorgibt und mit uns zusammen den Abstand zu den Nationen, die im Moment vor Österreich liegen, verringert“) noch zur Frage, ob der von vielen geforderte Derbyheld der Wiener Austria, im Teamkader für die Play-offs um den Aufstieg in die Nations League A gegen Serbien aufscheinen wird. Rangnick versicherte, immer wieder zu bestimmten Themen in erster Linie mit Geschäftsführer Bernhard Neuhold, Sportchef Peter Schöttel und seinen Trainerkollegen in Austausch zu stehen: „Mehr Kontakte braucht es auch nicht!“ Eine klare Ansage.
Zum Thema Fitz wies der Teamchef auf die hohe Konkurrenzsituation hin: „Vor allem im Mittelfeld gibt es viele Spieler, die sich anbieten und infrage kommen. Wir schauen uns jeden einzenen der Spieler an, die im Moment noch in Österreich spielen.“ Fitz konnte sich bei Austrias 0:1 gegen Red Bull Salzburg nicht wirklich aufdrängen, als ihn Rangnick vor Ort beobachtete. Da gibt es sieben Legionäre die bei Rangnick höher in Kurs stehen als der Austrianer: Konrad Laimer, Romano Schmid, Marcel Sabitzer, Christoph Baumgartner, Nicolas Seiwald, Romano Schmid, Patrick Wimmer und Kevin Stöger, wahrscheinlich auch Forian Grillitsch trotz Gastspiel beim spanischen Schlusslicht Valladolid, mit dem er Samstag ein 1:7-Debakel in Bilbao erlitt. In Sachen Teamkader gibt es von Donnerstag bis Sonntag einen „Workshop“ mit seinem Staff beim „Steegwirt“, dem Lokal von Teamkoch Fritz Grampelhuber, in Bad Goisern. Sonntag wird Rangnick das Duell zwischen Salzburg und Tabellenführer Sturm Graz beobachten.
Beim „Workshop“ der sieben Teamsponsoren am Donnerstag im Wiener Parlament wird Rangnick hingegen fehlen. Nicht sein „Revier“. Ihre gemeinsame „Offensive“ für einen externen, neuen ÖFB-Präsidenten fand nicht nur Rangnick außergewöhnlich. Wird doch etwas brisant, wenn sie Donnerstag Interimspräsident Wolfgang Bartosch treffen. Den Donnerstag der Rechtsmittelsenat unter dem Kärntner Thomas Partl, dem Chef des UEFA-Disziplinarkomitees nach einer mehr als zweistündigen Sitzung im Wiener Courtyard Marriot-Hotel bestätigte. Bei der Bartosch-Wahl am 29. November, die möglich wurde, weil Generalsekretär Thomas Hollerer den „Notstandsparagrafen“ anwandte, soll es keine Verstöße gegen die Satzungen gegeben haben. Damit bleibt Bartosch bis zur Bundeshauptversammlung am 18. Mai in Bregenz im Amt.