Der Donnerstag war für die Bundesliga wieder einmal ein Europacupabend zum Vergessen: Drei Niederlagen in drei Auswärtsspielen. Aber zwischen der Pleite von Rapid und denen von FC Salzburg und Sturm Graz entdeckte die Bundesliga ihren Anteil am U 17-Vizeweltmeister „Made in Austria“. Eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff des Finales in Doha bezeichnete Ligavorstand Christian Ebenbauer den historischen Erfolg als einen des gesamten österreichischen Fußballs. Also auch der Bundesliga. Der Grund: 17 von 21 Spielern des Kaders kamen von Klubs der Bundesliga und zweiten Liga, wurden ins insgesamt acht Akademien ausgebidet. Sieben Vizeweltmeister, von Lifering WM-Schützenkönig Johannes Moser, der von Salzbrug die Chance bekommen soll, sich in deer Winter-Vorbereitung für die Bundesliga zu empfehlen, und Kapitän Jakob Pokony, die Austrianer Ifeany Ndukwe und Hasan Deshisku, Luca Weinhandl von Sturm Graz und Kenny Nzogang bei Rapid absolvierten 51 Partien in der zweiten Liga, kamen dabei auf 2768 Spielminuten, das sind 19 Spiele und 58 Minuten. So kann man das auch sehen, die Bundesligisten als Kaderschmiede der Nachwuchs-Nationalteams von U 17 bis U 21 bezeichnen.
Die Vizeweltmeister werden nach der Rückkehr via Flug nach Budapest und Busfahrt nach Wien Samstag abend im knapp 1000 Zuschauer fassenden Kleinstadion des ÖFB-Campus in Aspern öffentlich gefeiert. Dort wird das Team ab 18 Uhr auf einer Bühne präsentiert, feiert Wiedersehen mit Familien, Freunden und Fans, die sich über einen Links (Tickets für den U 17 WM-Empfang) anmelden müssen, da der Zutritt limitiert ist. Zuvor stellen sich Teamchef Hermann Stadler, Kapitön Pokorny, Schützenkönig Moser und Sebastian Prödl als Leiter der Nachwuchsteams den Medien, ebenso der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll und Sportdirektor Peter Schöttel.
Auf Prödl wartet noch eine schwierige Aufgabe: Gleicht acht Spieler des WM-Aufgebots, die auch für andere Länder spielen könnten, davon zu überzeugen, weiter dies für Österreich zu tun. Zu denen gehören die Austrianer Ndukwe Mutter aus Russland, Vater aus Nigeria), Deshishku (Kosovo) und Vasilje Markovic (Serbien), von Salzburg unter anderem Torjäger Dominik Dobis, der eine Doppelstaatsbürgerschaft mit der Slowakei hat. Bei Wolfsberg-Stürmer Erik Kojzek, der zuletzt das Siegestor des Unter 21-Teams gegen Belgien erzielte, war Prödl mit der Mission erfolgreich, bei Leon Grgic von Sturm nicht. Er entschied sich für Kroatien.
Foto: ÖFB/A.Pichler.