Es wird für Rapid nicht einmal ein schwacher Trost sein: Selbst viel größere und prominentere Klub aus europäischen Topligen müssen derzeit mit einem sportlichen Tief leben. Real Madrid feierte so wie Grün-Weiß in den letzten fünf Runden der La Liga nur einen Sieg, Sonntag gab es eine blamable 0:2-Heimpleite gegen den Zehnten Celta da Vigo, wodurch der Rückstand auf Tabellenführer FC Barcelona auf vier Punkte wuchs. Der brasilianische Innenverteidiger Eder Militao erlitt eine Oberschenkelverletzung, muss monatelang pausieren. Der fünfte Ausfall in der Abwehr nach Trent Alexander Arnold, Rechtsverteidiger Daniel Carvajal, Linksverteidiger Ferland Mendy und Österreichs Teamkapitän David Alaba, der zwar vor zwei Wochen beim Happy End in der WM-Qualifikation fast eingetauscht wurde, aber bei Reals Trainer Xabi Alonso (Bild) nicht zum Matchkader zählt. Alonso steht laut spanischen Medien nach nur fünf Monaten als Real-Trainer unter Druck. Sollte es Mittwoch in der Champions League, in der Real als Fünfter auf einem Achtelfinalplatz steht, im Bernabeu-Stadion keinen Sieg gegen Manchester Ciy geben, droht ihm die Entlassung. Würde zwei Wochen nach der von Peter Stöger in Hütteldorf passieren.
Mächtig Ärger gibt es bei Englands Meister Liverpool, der nur eines der letzten sechs Spiele gewann, in der Premier League auf Platz neun liegt und in der Königsklasse als Dreizehnter derzeit in die Play-offs müsste. Vor dem Champions League am Dienstag bei Inter Mailand flog Mohamed Salah aus dem Kader. Der 33 jährige ägyptische Stürmer saß zuletzt dreimal auf der Bank, beim 3:3 gegen Aufsteiger Leeds am Samstag spielte er keine Minute. danach ließ er in einem siebenminütigen Interview seinem Ärger freien Lauf, griff auch Trainer Arne Slot an; „Es scheint, als hätte mich der Verein, für den ich über die Jahre viel geleistet habe, fallen lassen. So fühl ich mich auch!“ In dem Interview deutete er seinen Abschied an. Ob er deshalb aus dem Kader flog? In den nächsten Wochen spielt er mit Ägypten beim Afrika-Cup in Marokko. Sein Vertrag in Liverpool läuft zwar bis 2027, er dürfte ihn aber nicht erfüllen.
Im Vergleich zu Real Madrid und Liverpool gibt es beim deutschen Renommierklub Bayern München paradiesische Zustände. Ein Heimsieg gegen Sporting Lissabon am Dienstag wäre praktisch die Fahrkarte unter die letzten 16 der Königsklasse. Die Portugiesen sind zwar seit Oktober, seit dem 1:2 bei Napoli, in allen Bewerben ungeschlagen, aber das irritiert die selbstbewussten Bayern nicht. Auch zwei Tage danach machte das „Ferslertor“ von Konrad Laimer durch die Beine von Stuttgarts Tormann Schlagzeilen. Die renommierte „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bezeichnete Laimer als „Wunderwuzzi“. Derzeit läuft auch der Poker um Laimers Gehaltsverbesserung bei der anstehenden Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags. Der Salzburger befolgt seine Devise vorbildlich: „Die beste Werbung machst eh, wenn man gut spielt!“
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