Überraschend und unerwartet präsentierte Hartberg zum Start der Vorbereitung einen siebenfachen U 21-Teamspieler als Neuzugang: Den 20 jährigen Rechtsverteidiger Luca Pazourek (Bild) von der Wiener Austria, für die er in der Bundesliga bisher 14mal spielte, aber dabei nur zweimal zu den ersten elf gehörte. Die Austria verlieh ihn bis Sommer 2027 an den Sensationsvierten der Liga, kann ihn aber auch schon im Juni dieses Jahres zurückholen. Da läuft der Vertrag des 33jährigen Reinhold Ranftl, der auf Pazoureks Position spielt, aus. Am Routinier kam Pazourek bisher nicht vorbei. Eigentlich ist der Transfer ein Widerspruch zu der kürzlich verkündet Klubpoliti, künftig die Spieler aus der eigenen Akademie in den Mittelpunkt zu stellen. Andererseits spricht er für den „Verdacht“, warum sich die Austria mit der Entscheidung über den von den Investoren vorgeschlagenen Tomas Zorn als Sportvorstand Zeit lässt: Finanzvorstand Harald Zagiczek und Sportchef Michael Wagner wollen in der Transferzeit allein den Kurs bestimmen.
Pazourek hat mit Marcel Brillmann den gleichen Berater wie ein anderes Austria-Talent (Sanel Saljic) und LASK-Stürmer Max Entrup. Möglich, dass Brillmann Wagner den 28 jährigen anbot, weil der im Herbst bei den Linzern nur viermal zu den ersten elf gehörte. Es spricht wenig dafür, dass LASK-Trainer Didi Kühbauer künftig mehr auf Entrup als auf den Amerikaner Samuel Adeniran, Moses Usor oder Sasa Kalajdzic setzen wird. Der Austria täte nach den Ausfällen des Australiers Noah Botic und von Manprit Sarkaria zwar ein Stürmer gut, aber Brillmanns Chancen auf ein Doppelgeschäft mit Violett sind eher gering. Weil sich die Austria finanziell den Kauf von Entrup nicht leisten kann, höchstens ein Leihgeschäft. Selbst das wahrscheinlich nur, wenn der LASK weiter einen Großteil des Entrup-Gehalts bezahlt. Ob die Linzer dazu bereits wären? Entrup flog Dienstag mit dem LASK ins Trainingslager nach Belek
Rapid präsentierte Mittwoch seinen neuen Trainer Hess Thorup. Es wäre keine Überraschung, wenn sein Landsmann Glenn Riddersholm als Co-Trainer mitkommt. Das war der 53 jährige bereits bei Norwich. Thorup hat keinen leichten Einstand: Sein erstes Pflichtspiel ist das Cupviertelfinale in Ried, wo Rapid unter Peter Stöger gewann. In den ausstehenden fünf Runden des Grunddurchgangs spielt der Siebente Rapid gegen drei Mannschaften, die in der Tabelle besser platziert sind (Hartberg, Austria, Red Bull Salzburg). Wenn es nicht gelingt, unter die ersten sechs zu kommen, wird es in Hütteldorf noch unruhiger werden. Das deutsche Massenblatt „Bild“ behauptete, dass Dominik Kother von Dynamo Dresden, dem Letzten der zweiten Liga, mit Rapid verhandelt. Wegen der Verletzungsanfälligkeit des Norwegers Nossa Petter Dahl soll der Linksaußen ein Thema sein. Der 25 jährige Linksaußen absolvierte zwölf Spiele für Dresden, erzielte zwei Tore. Das wirkt nicht gerade wie eine Empfehlung.
Noch keine Trainerentscheidung gab es bei Altach. Als möglicher Nachfolger für Fabio Ingolitsch wird auch ein Deutscher mit Austria-Vergangenheit gehandelt: Michael Wimmer.
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