Fußball

190 Millionen Differenz: Der teuerste Adler von Karthago ist nur ein „halber Laimer“

Mit Tunesien will Ralf Rangnick seine Spieler auf den afrikanischen Gegner in der WM-Gruppe, auf Algerien einstimmen. Nur dürften die Tunesier derzeit nicht die Stärke von Algerien erreichen. Zwar blieb Tunesien in seiner Afrika-Qualifikationsgruppe gegen Namibia, Liberia, Malawi, Äquatorialguinea und Sao Tome ohne Gegentor, gab nur einen Punkt ab, aber seit dem Afrika-Cup im Winter gibt es Alarm bei den „Adlern von Karthago“. Nur eines von vier Spielen gewonnen, im Achtelfinale gegen Mali nach Elfmeterschießen ausgeschieden. Für Algerien, das ebenfalls seine Qualifikationsgruppe gewann, war erst im Viertelfinale gegen die Top-Nation Nigeria (0:2) Schluss. Das frühe Aus sorgte bei Tunesien für schnelle personelle Auswirkungen: Nur einen Tag nach dem k.o. gegen Mali musste Teamchef Sami Trabelsi gehen. Auf ihn folgte der 54 jährige Franzose Sabri Lamouchi. Er war als Spieler 1996 Meister mit Auxerre, 2002 italienischer Cupsieger mit Parma, als Trainer von 2012 bis zur WM 2014 Teamchef der Elfenbeinküste, hatte auch Jobs bei Rennes, Nottingham und Cardiff City. Sein größter Erfolg war Platz fünf mit Al Duhail bei der Klub-WM 2020. Die Mission von Lamouchi: Erstmals die WM-Vorrunde überstehen. In bisher sechs Anläufen war das noch nicht gelungen. Erstmals 1978 in Argentinien, als es trotz 0:0 gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland nicht klappte, zuletzt vor vier Jahren in Katar. Trotz 1:0 gegen den späteren Vize-Weltmeister Frankreich schied Tunesien als Gruppendritter aus. Aber in den letzten 48 Jahren war Tunesien dreimal öfter in der WM-Endrunde dabei als Österreich.
Eine der ersten Amtshandlungen von Lamouchi war ein Flug nach Berlin um Rami Khedira, den Mitspieler von Christopher Trimmel und Leopold Querfeld bei Union Berlin, zur WM-Teilnahme zu überzeugen. Ein ähnliches Angebot hatte der jüngere Bruder des deutschen Weltmeisters von 14, Sami Khedira, acht Jahre zuvor abgelehnt. Da hoffte er noch, es in Deutschland zum Teamspieler zu schaffen. Jetzt mit 32 soll er zusammen mit dem 31-jährigen Ellyes Skhiri von Eintracht Frankfurt  und Ismael Gharbi, dem 22 jährigen „Talent“ vom Gregoritsch-Klub FC Augsburg die Mittelfeldzentrale bilden. Tunesiens Kader hat einen Marktwert von 67,55 Millionen Euro. Damit fehlen genau 190, 35 Millionen auf den von Österreich (257, 90). Der „Adler von Karthago“ mit dem höchsten Marktwert ist der 18 jährige Hannibal Mejdbri, Offensivspieler beim englischen Absteiger Burnley. Der einzige, der einen in zweistelligen Millionenbetrag hat. Mit 16 Millionen ist er aber quasi nur ein „halber Konrad Laimer“. Der des Bayern-Stars steht auf 32 Millionen, zwei Millionen mehr als der vin Christoph Baumgartner. In der aktuellen Weltrangliste liegt Österreich als 24. zwanzig Plätze vor Tunesien.
Auch vor Österreichs letzter WM-Teilnahme 1998 war Tunesien in Wien der Gegner. Durch Tore von Harald Cerny und Arnold Wetl gab es unter Teamchef Herbert Prohaska einen 2:1-Sieg. Das bisher letzte Duell gegen Tunesien endete 2007, ein Jahr vor der Heim-EM, im Happel-Stadion torlos. Einer, der damals 45 Minuten spielte, wird Montag als Experte bei ServusTV im Einsatz sein: Martin Harnik.

Foto: ÖFB / FTF.

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