Fußball

Auch wegen Cristiano Ronaldo kam Rangnick nach Österreich

Mit einem Riesenkrach dürfte die Teamkarriere des 41-jährigen Cristiano Ronaldo nach 234 Länderspielen mit 146 Toren zu Ende gegangen sein. Ronaldo verließ Mittwochabend das portugiesische Team vor dem Spiel gegen Dänemark in Kopenhagen, als er erfuhr, dass der 72-jährige Teamchef Jorge Jesus Goncalo Ramos gegenüber ihm den Vorzug geben wird. Ronaldo spielte noch beim 1:0-Heimsieg gegen Wales, bekam aber danach von den Medien schlechte Kritiken. Beim 3:2-Auswärtssieg gegen Norwegen wärmte er nur 30 Minuten auf, ohne eingesetzt zu werden.  Ein zweites Mal Ersatz zu sein, vertrug das Ego des Superstars nicht. Er flog im Privatjet nach Madrid. Verbandspräsident Pedro Proenca und auch Jesus sollen ihm zum Flughafen nachgefahren sein, um die Abreise zu verhindern. Offizeill behautpete Jesus, es gäbe kein Zerwürfnis mit Ronaldo.

Am Tag danach gab es in portugiesischen Medien eine spezielle Version zum Superkrach: Jorge Jesus habe sich bei Ronaldo zuvor in einer Aussprache, bei der auch Proenca dabei war, entschuldigt, ihn in Oslo nicht eingesetzt zu haben. Soll sogar angekündigt haben, sich auch öffentlich zu entschuldigen. Doch auf der Pressekonferenz redete Jesus, der auch Ronaldos Trainer in Saudiarabien bei Al-Nassr war, dann ganz anders. Nur er sei der Chef,er könne entscheiden, wie er es für richtig empfinde. Diese „Demütigung“ ließ sich Ronaldo nicht mehr gefallen. Seine berühmte Rückennummer sieben bekam gegen Dänemark Rafael Leao von Galatsasary Istanbul. Laut UEFA-Vorschrift müssen die 23 für ein Nations League-Match  gemeldeten Spieler Rückennummern zwischen 1 und 23 haben.

Was wird sich Ralf Rangnick gedacht haben, als er in Dublin vom Krach um Ronaldo und dessen Abreise erfuhr? Es gab zwischen Dezember 2021 und Mai 2022 eine Zusammenarbeit zwischen Rangnick und Ronaldo bei Manchester United, die nicht besonders erfolgreich war. In 29 Spielen gab es nur elf Siege, je neun Unentschieden und Niederlagen. Sicher nicht das, was sich Rangnick vorstellte, als er als Sportchef bei Lok Moskau aufhörte und zu dem englischen Traditionsklub als Nachfolger des Norwegers Ole Gunnar Solskjaer wechselte. Manchester schied im Achtelfinale der Champions League durch ein 0:1 in Old Trafford gegen Atletico Madrid aus, kam in der Premier League nur auf Platz sechs. Der damals 36-jährige Ronaldo passte nicht zu Rangnicks Vorstellungen von Gegenpressing etc. Er hatte damals auch Probleme mit dem Hüftbeuger, kam unter Rangnick 20mal zum Einsatz, erzielte 14 Tore. Aber Manchester United wollte Ronaldo, ein Jahr nach der Rückkehr, nicht fallen lassen. Eher Rangnick. Der hatte daher ein offenes Ohr, als er von der Möglichkeit erfuhr, Österreichs Teamchef zu werden. Durch Christoph Freund, der damals noch Sportvorstand bei Red Bull Salzburg war.

Rangnick wechselte nach Österreich, fünf Monate nach seinem Abschied von Old Trafford war auch die Zeit von Ronaldo in Manchester vorbei. Die nächste Station war schon Al Nassr.

Foto: AP.

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