Sozusagen mit zwei Tagen Verspätung gab es doch den erwarteten Trainerwechsel beim Bundesliga-Letzten Wolfsberg: Mittwochnachmittag einigten sich Präsident Dietmar Riegler und Thomas Silberberger darauf in einem Vieraugengespräch. Nach fünf Niederlagen hintereinander waren die Zweifel an dem Trainer, mit dem letzte Saison noch die Mission Klassenerhalt gelang, offenbar zu groß. Als Nachfolger kehrt der 55-jährige Manfred Schmid (Bild) nach zweieinhalb Jahren wieder zurück. Er war bereits vom März 2023 bis Sommer 2024 Wolfsberg-Trainer, schaffte zweimal den Sieg in der Qualifikationsgruppe, also Platz sieben. Offenbar gelang es Riegler nicht, mit Jürgen Säumel, dem letzten Meistertrainer von Sturm Graz, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Mit Silberberger mussten auch seine drei Assistenten gehen. Co-Trainer von Schmid ist wie auf seiner letzten Station in Hartberg der Ex-Austrianer Christian Mayrleb. Irgendwie brisant, dass Schmids erstes Spiel beim Comeback am Samstag ausgerechnet in Hartberg über die Bühne gehen wird. Bei dem Klub, den er in der vergangenen Saison trainierte.
Mit Schmid gibt es bei der Wiener Austria einen Nachfolgekandidaten für Stephan Helm weniger, falls sich intern die Befürworter eines Trainerwechsels gegen Sportvorstand Tomas Zorn durchsetzen. Schmid galt speziell als Favorit von Präsident Kurt Gollowitzer, der ihn vor fünf Jahren als Austria-Trainer durchgesetzt hatte. An der brisanten violetten Situation ändert sich nichts: Freitag in Altach gilt es, die Negativserie zu stoppen, ansonsten überholten die Vorarlberger die Austria, die dann Vorletzter wäre. Vier Tage später folgt daheim das Cupachtelfinale gegen Hartberg, danach mit Heimvorteil das Wiener Derby gegen Tabellenführer Rapid. In diesen Partien muss Helm die Trendwende schaffen. Im Schnabelholz gewann die Austria zuletzt vor viereinhalb Jahren gegen Altach: „Wir müssen in der Kommunikation Klarheit haben und die Dinge ansprechen, die es zu verbessern gilt!“ Das sind einige: Besseres Zweikampfverhalten in der Defensive, mehr Effizienz im Angriff. Abwehrchef Aleksandar Dragović fehlt wie bei der letzten Niederlage in Ried, er hofft, Dienstag wieder zur Verfügung zu stehen. Austria holte nur vier Punkte aus den ersten fünf Auswärtsspielen dieser Saison. Das sind sechs weniger als zum Vergleichszeitpunkt ein Jahr davor.
Foto: ÖFBL/Alexander Künzel.