Vor Saisonbeginn meinte der erfahrene Trainerfuchs Markus Mader, es würde sich für die Rückkehr von Austria Lustenau in die Bundesliga noch nicht ausgehen. Donnerstag könnte es fünf Tage vor seinem 58. Geburtstag so weit sein, dass er zum zweiten Mal nach 2022 mit den Grün-Weißen aus Österreichs größter Marktgemeinde aufsteigt. Es fehlt „nur“ noch der Heimsieg über Amstetten, dann bleiben die Vorarlberger auf jeden Fall vor St. Pölten. Die Mannschaft aus Niederösterreichs Hauptstadt geht mit einem Punkt Rückstand in die letzte Runde, trifft daheim auf Hertha Wels. Cem Sekerlioglu wurde zum Trainer der Saison gewählt, der 30-jährige Deutsche Marc Stendera zum Spieler der Saison. Aber lieber als diese Auszeichnung wäre ihnen der Aufstieg.
Mader wurde mit Lustenau in der Saison nach dem ersten Aufstieg Achter, musste im Herbst danach wegen der roten Laterne nach 14 Runden gehen. Im Dezember 2023 begann der Nebau des Reichhofstadions, im Ausweichquartier Bregenz stieg Lustenau mit Andreas Heraf als Trainer ab. Im Dezember 2024 übernahm wieder Mader den Klub in einer schwierigen Phase, schaffte den Klassenerhalt Die Rückkehr nach Lustenau sorgte für neue Energie: Das neue Reichshofstadion fasst 5100 Zuschauer, von Maders erster Bundesligabesetzung sind noch der 31-jährige Tormann Dominik Schierl, der inzwischen 34-jährige Kapitän Mathias Maak, Verteidiger Fabian Gmeiner (29), und Mittelfeldroutinier Pius Grabher (32) dabei. Auch die Kooperation mit dem Schweizer Unternehmen Core Sports existiert noch, der französische Partnerklub Clermont Foot stieg inzwischen auch in die zweite Liga ab. Von ihm gehört nur der 19 jährige Mohamed Bouchenne zum Kader. Der Mittelfeldspieler leitete letzte Runde mit seinem Tor die Aufholjagd bei Austria Salzburg von 0:2 auf 2:2 ein, durch die Lustenau vorne blieb. Der Vertrag mit Sportchef Dieter Alge verlängert sich beim Aufstieg automatisch, das Budget soll sich im Vergleich zur zweiten Liga um zwei Millionen, von vier auf sechs, steigern.
Bei der Austria-Filiale, den Young Violets, wird vor dem Anpfiff gegen Kapfenberg der 37 jährige Ex-Teamstürmer Philipp Hosiner verabschiedet. Er hatte am letzten Austria-Meistertitel in der Saison 2012/13 als Schützenkönig großen Anteil. Künftig ist er Individualtrainer in der Akademie. Die Vienna präsentiert zum Saisonabschluss etwas ganz Besonderes: Das Alfred-Tatar-Shirt als Hommage an einen Kulttrainer und prägende Persönlichkeit der Klubgeschichte. Mit der Sonderedition unterstützt die Vienna gemeinsam mit Tatar die ALS-Forschung im Kampf gegen die Erkrankung des motorischen Nervensystems. Mit Tatar schaffte die Vienna zwischen 2010 und 2013 den Klassenerhalt in der zweiten Liga. Dabei sorgte er mit seinem Humor auch für legendäre Zitate. Als er Viennas Spielstil als „Antithese zu Barcelona“ und „moderne Variante des Brechstangenfußballs“ bezeichnete.
Foto: First Vienna.
