Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden ertönte in der Züricher Swiss Life Arena die österreichische Bundeshymne. Die Feiern über das 4:2 (1:1, 0:0, 3:1) bei der Eishockey-WM gegen Ungarn dauerten danach lang, gut die Hälfte der 7668 Zuschauer waren Österreicher. Es gab auch Grund zum Feiern: Das erste Ziel, der Klassenerhalt, wurde wie erhofft mit zwei Siegen zum Start geschafft. Österreich ist sogar Tabellenführer, eine Premiere bei einer A-WM. Und hat daher vor den nächsten zwei Spielen gegen Lettland (Sonntag 2:0-Sieger über Deutschland) und die Schweiz am Dienstag und Mittwoch sogar Chancen auf das zweite Viertelfinale hintereinander. Für den Schweizer Bader wird das Duell gegen die Landsleute etwas Ähnliches wie ein persönliches „Finale“.
Mit einer Ausnahme begann die gleiche Besetzung wie beim 5:2 gegen England: Atle Tolvanen kam statt Kickert ins Tor. Erstmals plärrte der Zillertaler Hochzeitsmarsch, das Torlied der Österreicher, bereit nach sechs Minuten au den Lautsprechern. Als „Lokalmatador“ Vincenz Rohrer im Powerplay traf. Ungarn glich nach sechs Minuten ebenfalls in numerischer Überlegenheit aus. 1:1 stand es in dem zerfahrenen Spiel bis zur 47. Minute, weil Österreich im zweiten Drittel drei Powerplays ungenutzt ließ. Dann machte es der zum besten Österreicher gewählte Schweiz -Legionär Dominic Zwerger (Bild) besser, hämmerte im Powerplay den Puck ins Netz. Nur 44 Sekunden auf das 2:1 folgte das 3:1 durch einen abgefälschten Schuss von Verteidiger Thimo Nickl. Als Lucas Thaler und Gregor Biber auf der Strafbank saßen, kam Ungarn auf 3:2 heran. Das wurden spannende sechs Minuten. Eineinhalb Minuten vor Schluss nahm Ungarn bei einem Bully vor Österreichs Tor seinen Keeper raus. Rohrrr verlor das Bully, mit fünf gegen sechs verteidigte Österreich mit viel Einsatz den Vorsprung, bewährte sich Tolvanen, ehe Nickl 2,3 Sekunden vor Schluss aus dem eigenen Drittel ins leere Tor traf.
„Zwerger hat mit seinem Tor das Spiel in die richtige Richtung gelenkt“, lobte Bader seinen Topleistungsträger, „nach 40 Minuten war die Devise, nicht nervös zu sein. Ich habe in der Kabine gesagt: Wegen Situationen wie diesen spielen wir Eishockey. Am Ende haben wir mit fünf gegen sechs einen irrsinnigen Kampf gezeigt. Das sind die Erlebnisse, die eine Mannschaft formen!“
Foto: IIHF/Andre Riguette.
