Zwischen 2015 und 2017 holte Konrad Laimer dreimal hintereinander mit Red Bull Salzburg das Double, Samstag zum ersten Mal als Legionär in Deutschland mit Bayern München. Vor allem dank Harry Kane. Mit einem Hattrick zwischen der 55. und 92. Minute entschied Englands Teamkapitän das Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart vor 74.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion. Das bedeutete für den Salzburger den dritten Pokalsieg in Deutschland, den vierten Titel mit Bayern. Mit dem ersten Pokalsieg seit sechs Jahren war es für Bayern eine sehr gute Saison, der Jubel nach Schlusspfiff am Rasen vor dem Bayern-Fansektor, bei dem auch der verletzte Manuel Neuer dabei war, zeigte, wie wichtig ihnen der Finaltriumph war. „Wir wollten das hier unbedingt gewinnen“, freute sich Laimer, „jeder war glücklich, wieder in Berlin zu sein!“ Schon Mittwochabend kommt er zur WM-Vorbereitung von Österreichs Team nach Wien.
Bis zur 55. Minute sah es nicht nach einer klaren Angelegenheit für Bayern aus. Stuttgart ließ mit hohem Pressing und Manndeckung den Favorit nicht zur Geltung kommen. Mitten in den Pyro-Nebel, für den die beiden Fanlager sorgten, der nicht nur eine schlechte Sicht, eine Spielunterbrechung und sogar Notfall-Durchsagen zur Folge hatte, verwandelte Kane eine Flanke von Olise per Kopf zur Führung. Damit kippte das Match, Laimer hätte nach einem abgewehrten Schuss von Luis Diaz das 2:0 erzielen können, schoss aber über das leere Tor. Kane traf zunächst die Latte, aber noch in dieser Aktion nach Vorlage von Luis Diaz zum 2:0 in der 80. Minute Wie er sich durch eine Drehung freie Schussbahn verschaffte, war Weltklasse. Mit dem verwandelten Elfmeter in der Nachspielzeit kam er auf 61 Saisontore. Eben ein Unterschiedsspieler. Ein unerwarteter Gast im Olympiastadion war Jose Mourinho, der mit 63 Jahren vor einem Trainercomeback bei Real Madrid steht. Laut Transferexperten wollte er Olise beobachten, an dem Real Madrid großes Interesse haben soll. Bayern-Patron Uli Hoeneß stellte im „Sky“-Interview aber klar: „Er kann fünf Augen auf Olise haben, er kriegt ihn nicht!“ Der Vertrag des Franzosen läuft bis 2029.
Im Bernabeu-Stadion gab es einen großen Abend für David Alaba: Er gehörte beim 3:1 (2:1) gegen Bilbao, seinem letzten Spiel für Real Madrid, zur Startelf, wurde nach 69 Minuten ausgetauscht. Da erhoben sich 80.000 Zuschauer, gab es Standing Ovations für Österreichs Teamkapitän bei seinem Abschied nach fünf Jahren und elf Titeln. Viele hielten weiße Klappsessel in die Höhe – in Erinnerung an seinen ikonischen Jubel auf dem Weg zu seinem ersten Champions-League-Triumph mit Real. Jeder Real-Spieler umarmte Alaba, an der Outlinie warteten seine Partnerin Shalimar und die Kinder. Schon zuvor zollten ihm via Instagram seine Mitspieler Kylian Mbappe und Jude Bellingham großen Respekt: Ein großartiger Spieler und ein noch viel besserer Mensch.
Foto: FC Bayern München.
