Noch nie in der Bundesligageschichte wurde der Tabellenführer, der sechs Runden vor Schuss fünf Punkte Vorsprung hat, am Ende nicht Meister. Ein Hinweis mehr, das alles für die erfolgriche Titelverteidigung von Sturm Graz läuft. Der Meister schlug daheim Blau Weiß Linz durch einen verwandelten Elfmeter von Mate Horvat und ein Tor von William Böving 2:0 (1:0), die Wiener Austria verlor hingegen das Verfolgerdull gegen Red Bull Salzburg, das vor 13.200 Zuschauern Werbung für den Fußball bedeutete, 1:3 (1:2). Das vergrößere Sturms Vorsprung auf den Zweiten, der jetzt Salzburg heißt, auf fünf Punkte. Die Austria liegt sechs zurück, muss um Platz drei kämpfen. Denn Wolfsberg kam bis auf einen Punkt heran. Austria trifft in den nächsten zwei Runde n zweimal auf Sturm Graz, Mittwoch in Wien. Salzburg könnte der Austria mit Siegen gegen Wolfsberg helfen, die Austria Salzburg mit Punktezuwachs gegen Sturm. Eine interessante Konstellation.
Austria und Salzburg wussten, dass nur ein Sieg hilft. Daher agierten beide mit offenem Visier, hätte das Match auch 5:5 enden können. Salzburg führte bereits nach elf Minuten 2:0, weil Ranftl zweimal an Austrias rechter Abwehrseite Salzburgs Edin Terzic nicht bremsen konnte. Die Flanken des Serben nützten Yorbe Vertesssen und Dorgeles Nene mit einer sehenswerten Direktabnahme. Beide Male stand Austrias Linksverteidiger Matteo Perez Vinlöf zu weit weg vom Torschützen. Nach 19 Minuten schöpfte Austria wieder Hoffnung, weil sich Salzburg auskontern ließ. Den idealen Pass von Dominik Fitz nützte Maurice Malone, durchbrach die violette Torsperre, bezwang Alexander Schlager, der nach drei Runden Verletzungspause in Salzburgs Tor zurückkehrte. Bis zur Pause und auch danach kam sowohl die Austria nicht nur mit Standards dem Ausgleich nahe als auch Salzburg dem dritten Treffer. Der fiel nach 65 Minuten, als Nik Prelec knapp innerhalb des Strafraums Dorgeles Nene, der nicht auf das Tor lief, am Fuß traf. Das reichte bei der Schnelligkeit des Salzburg-Legionärs, um ihn zu Fall zu bringen. Schiedsrichter Christian Petru Ciochirca zeigte zum Unverständnis der Austrianer sofort auf den Elfmeterpunkt, Nene traf zum 3:1 (Bild).
„Krank, dass so etwas Elfmeter ist. Das wird nirgendwo gepfiffen als in Österreich“ ärgerte sich Torschütze Malone. Ciochirca blieb dabei, das alles andere als ein Elfmeter falsch gewesen wäre: „Wenn ich diesen Strafstoß nicht pfeife, würde der VAR eingreifen!“ Das tat Stefan Ebner, als zuvor zwei Tore der Austria aus knapper Abseitsposition fielen. Austrias Sportchef Manuel Ortlechner war zwei Stunden nach Schlusspfiff so ehrlich, um im „Talk und Tore“ von Sky zuzugeben, dass die Elfmeterentscheidung korrekt war. Der Austria fehlt in der entscheidenden Phase der Saison auch etwas das Spielglück, dass sie während der langen Erfolgsserie hatte. Jetzt sind es schon vier Pflichtspiele ohne Sieg, erstmals gingen unter Trainer Stephan Helm zwei hintereinander verloren: „Wir können trotzdem viel Positives aus dem Spiel mitnehmen“ glaubt Helm. Das eird für die zwei Duelle gegen Sturm notwendig sein. Die Bilanz von Sieger Thomas Letsch: „Eine knappe Geschichte mit zwei Mannschaften, die einen tollen Job gemacht haben.“
Foto: RB Salzburg/Meinl.
