Die Wiener Austria nach 18 Runden punktgleich mit Tabellenführer Sturm Graz Zweiter, neun Punkte mehr am Konto als Red Bull Salzburg, daran hätte zu Saisonbeginn keiner geglaubt. Die Zeiten haben sich geändert. Samstag geht die Austria vor den eigenen Fans als klarer Favorit in das Duell gegen die Mannschaft, gegen die sie in der achten Runden die letzte Niederlage bezog, am 28. September durch zwei Tore von Oscar Gloukh 0:2 in Salzburg verlor. Alles spricht für die Austria, auch die lange Ausfallliste bei Salzburg, die sieben Mann umfasst. Darunter die Langzeitausfälle Maurits Kjaergaard und Karim Konate, wieder der Japaner Takumu Kawamura, auch die Winterkäufe Karim Onisiwo und Maximiliano Caufriez. Eine Hilfe für Salzburg waren sie bisher nicht. Beide zwicken die Adduktoren. Das heißt, Trainer Thomas Letsch muss improvisieren: Im Abwehrzentrum neben Samson Baidoo mit dem 18 jährigen Franzose Joane Gadou oder dem Schweden John Mellberg. Da wird es schwierig, den Bock umzustoßen, wie es Letsch nannte, den ersten Sieg in diesem Jahr zu feiern.
Stichwort Letsch. Er war von 27. Februar 2018 bis 11. März 2019 in 37 Spielen Trainer der Austria, in der Zeit mit einem Punktschnitt von 1,49 nicht wirklich erfolgreich. Einer der Siege in dieser Zeit war der bisher letzte der Austria gegen Salzburg. In der letzten Runde der Saison 2017/18, als Salzburg unter Marco Rose schon als Mister feststand, fertigte Austria die Bullen 4:0 ab. Das vierte Tor erzielte der damals 18 jährige Dominik Fitz, sein erstes in der Bundesliga, letzten Sonntag waren es seine Bundesligatore 142 und 143 zum Derbysieg gegen Rapid. Seit damals blieb Salzburg in 19 Spielen gegen die Violetten aus Wien ungeschlagen, gewann 15 davon. Samstag wäre es fast schon eine Überraschung, sollte Austria ihre längste sieglose Serie in der Bundesliga-Geschichte nicht beenden: „Wir bleiben am Boden“, versprach Kapitän Manfred Fischer (Bild), der letzten Sonntag die Austria als stark genug für einen Titel bezeichnete. „Unser Glauben wächst von Spiel zu Spiel, aber wir haben die Vision, uns in allen Bereichen zu verbessern, nicht verloren“, fand Trainer Stephan Helm. Abwehrchef Aleksandr Dragovic will, wie im Derby, trotz Bändereinriss im Sprunggelenk spielen
Für Didi Kühbauer wird es Samstag am Innsbrucker Tivoli gegen WSG Tirol sein 100. Spiel als Trainer von Wolfsberg. Damit ist er der erst vierte Trainer in der Bundesliga, der es mit zwei Klubs auf mindestens 100 Matches brachte. Kühbauer mit Wolfsberg und Rapid, vor ihm Ernst Dokupil mit Admira und Rapid, Otto Baric mit Rapid und Austria Salzburg, Peter Pacult mit Rapid und Austria Klagenfurt. Für Wolfsberg geht es um den sechsten Sieg hintereinander, mehr gelangen nur 2014. In Kühbauers erster Ära in Wolfsberg waren es sieben in Serie.