Fußball

Als Greiml raus musste, erlitt Rapid noch das Inter-Schicksal

Bitterer Start für Rapid in die Europa League. Im dritten Heimspiel gegen Genk nach 2013 und 2016 gab es die erste Niederlage. Das entscheidende Tor zum 0:1 fiel erst in der Nachspielzeit, in der 92. Minute. Neun vorher musste mit Leo Greiml der von den 18.400 Fans mit „Leo, Leo“-Sprechchören gefeierte beste Rapid-Spieler verletzt ausscheiden. Ohne ihn erlitt Rapid noch ein ähnliches Schicksal wie am Abend zuvor Inter Mailand in der Champions League gegen Real Madrid im Meazza-Stadion mit dem Last Minute-Tor zum 0:1.  Wäre das auch passiert, wenn Greiml noch so wie zuvor im Abwehrzentrum aufgeräumt hätte? So wurde  Rapid nach einem Koner selbst ausgekontert.

Zum Schicksal für Rapid wurde Genks blonder Japaner Junya Ito. Nach einem Zweikampf mit ihm konnte Greiml nicht mehr weiter, musste raus.  Dann bereitete dieser Ito den einziger Treffer vor. Er überspielte wie zuvor oft Max Ullmann in dieser Szene Jonas Auer, der nach 74 Minuten  Ullmann ablöste. Greimls Nachfolger Kevin Wimmer konnte die Flanke nicht mehr verhindern, in der Mitte kam der Zweimeter-Riese Paul Onuachu zwischen Flip Stojkovic und Kapitän Max Hofmann zum Schuss, ließ den fehlerfreien Paul Gartler im Tor keine Chance. Das kostete Rapid die Unentschieden-Prämie von 210.000 Euro. Auch ein Aspekt, das weh tut. Onuachu hatte bereits 30 Minuten vor seinem Goldtor nach Itos Flanke getroffen. Das zählte nach Intervention des deutschen Video Assistenten Mark Borsch nicht. Ito stand mit einem Fuß im Abseits.

Eigentlich neutralisierte sich beide Mannschaften. Rapid, erstmals mit Neuzugang Emanuel Aiwu im defensiven Mittelfeld mit Srdjan Grahovac, reagierte zunächst  nur hielt gut dagegen, ließ keine Chancen zu. Weil sich Greiml mit dem Goldschützen Onuachu viele packende Duelle lieferte (Bild oben), davon die meisten gewann. Zum Agieren fehlte es Rapid aber an Kreativität. Typisch dafür, dass der erste Eckball nach einer haben Stunden von der Fantribüne fast enthusiastisch bejubelt wurde. Der erste Ball auf das Genk-Tor kam erst nach 51 Minuten, es war ein harmloser Köpfler von Taxiarchis Fountas. Mit Ljubo Petrovic statt Grahovac ab der 58. Minute klappte das Spiel nach vorne besser, kam Rapid etwas auf Touren, gab es  gefährliche Schüsse von Ercan Kara, der einige Male mit der Ballannahme seine Probleme hatte, und Marco Grüll. Es sah alles nach 0:0 aus, bis sich Greiml verletzte. Danach hatte Rapid noch eine Führungschance, bei der Marco Grüll aus spitzem Winkel versuchte, den Ball an Tormann Maarten Vandenvoort vorbei, ins kurze Eck zu treffen. Die schlechtere Lösung. Aufspielen in die Mitte wäre die bessere gewesen. Den Blick für den besser postierten Mitspieler ließ aber nicht nur Grüll vermissen. Da müssen sich auch Kara und Fountas Vorwürfe machen.

Deshalb spielte Rapid einige Kontermöglichkeiten nicht richtig fertig, wie es in der Fußballersprache heißt. Das rächte sich. „Vor der Pause war Genk besser“, gab der frustrierte Didi Kühbauer, „aber nach der Pause agierten wir so, wie es sich ein Trainer wünscht. Das Unentschieden wäre verdient gewesen.“ Stattdessen gab es den Schlag in die Fresse, wie es Kühbauer ausdrückte, um zuzugeben: „Wir sind noch nicht dort, wo wir letzte Saison waren. Aber wir arbeiten daran!“ Im zweiten Spiel der Gruppe setzte sich Favorit West Ham auswärts gegen Kroatiens Meister Dinamo Zagreb mit 2:0 (1:0) durch, gewann erstmals nach 22 Jahren wieder ein Europacupspiel.

Auf Platz zwölf der Pressetribüne im Weststadion saß mit Bernard Schuitemann der Chefscout von Feyenoord Rotterdam, der eine Vergangenheit bei Rapid hat. Zuletzt war er erfolgloser Sportchef von Grasshoppers Zürich. Wenn Schuitemann beobachtete? So wie Schuitemann sahen auch Scouts von Real Sociedad, Vitesse Arnheim, Atalanta Bergamo und der deutsche Spielerberater Fritz Bischoff Rapids bittere Niederlage. Greiml wird sicher allen aufgefallen sein. Bitter für Grün-Weiß: In neun Monaten kann der 20 jährige Niederösterreicher ablösefrei gehen.

 

Foto: PhotobyHofer/Christian Hofer.

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