„Hier regiert der SCR, Wien-West-Hütteldorf“: Erstmals dominierten die Sprechchöre der Rapid-Fans im neuen, ausverkauften Linzer Stadion. Denn erstmals gewann Rapid dort beim LASK, bestätigte sich mit dem 2:0 (1:0) als Nummer eins der Bundesliga, baute den Vorsprung auf Red Bull Salzburg auf drei Punkte aus, hat fünf Punkte mehr als der Meister. Ein perfekter Sonntag für Grün-Weiß, derzeit spricht nichts gegen die Fortsetzung der erfolgreichen Wochen: Rapid hat einen großen Kader und anders als Salzburg, LASK und Sturm Graz keine zusätzliche Belastung durch einen europäischen Bewerb. So hat sogar der einzige Misserfolg dieser Saison, die verpasste Qualifikation für die Conference League, eine sportlich positive Seite. Finanziell sieht das etwas anders aus.
Der LASK war vor der Pause zu passiv, um Rapid in Probleme zu bringen. Da fehlte die nötige Energie im Spiel. Das gab auch Didi Kühbauer, der Sasa Kalajdzic und Christoph Lang im Angriff beginnen ließ, nach seiner ersten Heimniederlage als LASK-Trainer gegen Rapid fair zu. Ercan Kara traf nach Flanke von Bendegüz Bolla mit links nur die Latte, vergab eine zweite Chance. Als die Linzer sechs Minuten vor der Pause entgegen dem Spielverlauf durch Kalajdzic vermeintlich in Führung gingen, zählte dies nach Intervention von VAR Christian-Petru Ciochirca nicht, da Flankengeber Kaspar Jörgensen knapp abseits stand. Gerade als der Titelverteidiger besser ins Spiel zu finden schien, verwertet Rapid die erste Chance der zweiten Hälfte zur Führung: LASK-Linksverteidiger George Bello, eine Minute zuvor außerhalb des Spielfelds behandelt, konnte Bolla nicht folgen, bei dessen Stanglpass scheiterte Kara zunächst an LASK-Tormann Lukas Jungbauer, traf aber im zweiten Versuch. Das erste Kara-Tor in Linz, danach kletterte er vor dem Rapid-Sektor auf den Zaun. Bello schied wenig später verletzt aus, Moses Unsor ersetzte Lang, musste aber sieben Minuten später mit Schmerzen in der Schulter wieder raus. Rapid schien den Vorsprung heimzuspielen, da hatte Trainer Johannes Thorup noch ein „goldenes Händchen“: Der für Kara eingewechselte Claudy Mbuyi erzielte mit seinem zweiten Ballkontakt auf Vorarbeit von Demir das 0:2. Das erste Tor des Franzosen seit einem Jahr, seit der langen Pause nach Meniskusoperation. Ja, wenn’s läuft, dann läuft’s: „Wir sind im Flow geblieben“, konstatierte Thorup zufrieden. Kara fand, Rapid habe die beste Leistung der Saison geliefert.
Der LASK ist somit drei Runden ohne Sieg, Mittwoch kommt das Champions-League-Highlight gegen den FC Liverpool. Auch die „Reds“ hatten im Spitzenspiel der Premier League kein Erfolgserlebnis: Nach Gelb-Rot für den holländischen Mittelfeldspieler Ryan Gravenberch in der 62. Minute gab es gegen Tabellenführer Manchester City an der Anfield Road eine 0:3 (0:0)-Pleite. Gegen zehn Liverpool-Spieler trafen der Ex-Salzburger Erling Haaland, Jeremy Doku und Rayan Cherki. Der Rückstand von Liverpool auf Manchester City nach sechs Runden ist viel größer als der von LASK auf Rapid nach acht: Neun Punkte!
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