Seit Jänner ist Sebastian Prödl im Amt, nach knapp drei Monaten konnte sich der neue Leiter der Nachwuchsteams im ÖFB über erste Erfolge feiern. In den letzten Tagen war der ehemalige Teamspieler viel unterwegs: Er begann im spanischen Merida beim Start der U 17 in die EM-Qualifikation, dem 2:2 gegen Deutschland, sah drei Tage später in Ungarn das 3:1 der U 19 gegen Island, war einen Tag später in Frankfurt, als sich die U 17 der Frauen für die EM-Endrunde qualifizierte und sah Dienstag den Selbstfaller der U 19 nahe von Debrecen mit dem 1:2 gegen Dänemark. Umso mehr freute sich Prödl, als er Stunden später, nach 22 Uhr erfuhr, dass die U 17 zwar nicht zur EM fährt, aber im November als einer der vier besten Zweiten bei der Weltmeisterschaft in Katar, an der 48 Nationen teilnehmen, dabei sein wird. Spanien schaffte dies nicht, wurde hinter Österreich Dritter. Auch ein großer Erfolg für den Teamchef: Seit 2006, zunächst noch bei Paul Gludovatz, arbeitet Hermann Stadler (Bild) mit den ÖFB-Nachwuchsteams, mit 63, in einem Alter, in dem andere schon an die Pension denken, feierte er seine Teamchefpremiere bei einer Weltmeisterschaft. Das zweistündige Zittern zwischen Schlusspfiff und Jubel über die WM-Fahrkarte hätte er sich gerne erspart. In neun Spielen blieb er mit dieser U 17 ungeschlagen, das fünfte Unentschieden, das 3:3 gegen Spanien, war in Wirklichkeit der größte Sieg: „Die WM-Teilnahme ist überragend, die Jungs haben sich das absolut verdient!“
Im Nationalteam klagt man über das Fehlen eines klassischen Mittelstürmers, beim Nachwuchs gibt es sie noch. In der U 17 ist es der gebürtige Slowake Dominik Dobis, einer von sieben aus der Akademie Salzburg unter den 14 Spielern, die gegen Spanien zum Einsatz kamen: „Gegen Deutschland war er beeindruckend“, lobte Prödl, „beide deutschen Innenverteidiger wurden ausgetauscht“. Dobis ist ein typischer Knipser, ein Strafraumstürmer. Die gibt es auch in der U 19. Mit Kenneth Adejenughure, ebenfalls aus Salzburgs Akademie, und Leon Grgic von Meister Sturm Graz, der schon zu Bundesliga- und Champions League-Einsätzen kam, eigentlich bereits für die U 21 eingeplant war. Bis zur Bundesliga und Champions Leaegue ist´s für Adejenughure, mit 18 ein Jahr jünger als Grgic, noch ein weiter Weg. Speziell in Salzburg.
Darum hält sich Prödl mit Prognosen zurück. Er ist erfahren genug, um zu wissen, dass die Entwicklung von Talenten nicht immer nach oben geht, stagnieren kann, es keine Selbstverständlichkeit bedeutet, auch später so beeindrucken wie jetzt gegen Gleichaltrige: „Die Anlagen sind da“, versichert er, „aber sie müssen alle erst reifen!“ Ehe man von Team-Mittelstürmern von morgen oder übermorgen spricht.
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