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Salzburg in 22 Minuten von 0:1 auf 0:5! Bringt Ratkov 13 Millionen Euro?

Salzburg-Trainer Thomas Letsch erzählte vor dem Anpfiff zum Test gegen Deutschlands Meister Bayern bei Servus TV mit einem bitteren Lächeln, dass ihm seine Frau mit auf dem Weg ins Stadion den Sager gegeben hatte, ein 0:5 würde ja in Ordnung sein, weil dann die Niederlage um ein Tor weniger hoch ausfalle als ein Jahr davor. Am Ende stimmte die Prognose von Frau Letsch, aber der Gatte konnte mit dem 0:5 (0:1) gar nicht gut leben: „In der zweiten Hälfte sind wir nur nachgelaufen!“ Das entsprach so gar nicht seinen Vorstellungen. Deshalb zerlegten im Finish die Bayern-Youngsters mit vier Toren in 22 Minuten Österreichs Winterkönig: Zwischen der 71. und 93. Minute wurde aus einem 0:1 ein 0:5. Zweimal traf der 17 jährige Lennart Karl, je einmal der 18 jährige Peruaner  Felipe Chavez und der 20 jährige Tom Bischof.

29.000 Zuschauer sahen bei minus drei Grad, dass sowohl Letsch als auch Bayern-Trainer Vincent Kompany zur Pause komplett durchwechselten. Bei Salzburg war die Besetzung der ersten 45 Minuten klar die bessere, bei Bayern die nach der Pause, obwohl in der die Topstars Harry Kane und Michael Olise nicht mehr dabei waren. Kompany ließ ein Trio aus Bayerns U 19 beginnen, Konny Laimer sah man erst nach der Pause. Salzburg verteidigte zunächst gut, hätte in Führung gehen können. Edmund Baidoo ließ einen Sitzer aus, den man nützen muss. Bayerns Tor fiel unglücklich kurz vor dem Pausenpfiff, als Innenverteidiger Yannick Schuster einen Schuss des Japaners Hiraki Ito unhaltbar abfälschte. Dennoch: Schuster und Joanne Gadou waren die besseren Innenverteidiger als der Däne Jacob Rasmussen und der Brasilianer Douglas Mendes. Der Frust von Routinier Stefan Lainer über die zweite Hälfte, in der er spielte, bewies sein Spruch nach dem Spiel zu Alexander Schlager: „Besser wäre ich in den Wald laufen gegangen!“ Bei 0:3 traf Kerim Alajbegovic mit einem Freistoss die Latte.

Vor dem Spiel sprach der neue Sport-Geschäftsführer Marcus Mann Letsch das volle Vertrauen aus, auch wenn er einen besseren Punkteschnitt als im vergangenen Jahr (1,57) einforderte. Mann möchte künftig wieder mehr Spieler aus der eigenen Akademie in den Kader bringen, Johannes Moser, den Torschützenkönig der U 17-WM, habe man „extrem auf dem Schirm“. Eine Schambeinentzündung verhinderte, dass Moser im Trainingslager Belek dabei ist. Der erste Transfer von Mann soll italienischen Meldungen zufolge bevorstehen: Torjäger Petar Ratkov, der offiziell krankheitsbedingt fehlte, steht auf der Wunschliste von Lazio Rom, derzeit Neunter der Serie A. Der 22 jährige Serbe erzielt in dieser Saison bei 29 Einsätzen zwölf Tore. Salzburg kaufte ihn vor zweieinhalb Jahren von Backa Topola um fünf Millionen Euro. Jetzt stehen 13 Millionen als Ablöse im Raum.

Foto: Red Bull Salzburg.

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