Nur etwa zehn Minuten lagen Freitagnachmittag bei Rapid zwischen großem Ärger wegen des abgelehnten Protests gegen die Sperre von Tormann Niklas Hedl für das Spiel gegen den LASK am Sonntag und Freude über das Losglück für das Achtelfinale der Conference Lague: Rapid bekam mit Bosniens Meister Borac Banja Luka sicher den angenehmeren Gegner als den zweiten mögliche, Panathinaikos Athen. Nimmt Rapid die bosnische Hürde, dann wartet im Viertelfinale mit dem Sieger aus Paphos (Zypern) gegen Djurgaardens Stockholm wieder eine lösbare Aufgabe, ehe im Semifinale der Kracher gegen Favorit Chelsea kommen könnte.
Hedls Sperre ist auf jeden Fall überzogen. Da gibt es ein anderes Urteil, wenn man die Bilder von Hedls angeblich provokanter Geste nach dem Derby vor der Austria-Fantribüne mit denen von der vergleicht, für die Hartbergs Donis Avdijaj gesperrt wurde. Da haben sowohl der Strafsenat, noch mehr als Protestkomitee, das eine unbedingte Avidadj-Sperre in eine bedingte umgewandelt hatte, mit zweierlei Maß gemessen. Der Griff in den Schritt passiert bei vielen Fußballern während eines Spiels. Einfach so, ohne böse Gedanken. Wenn da jeder geahndet werden würde, dann gäbe es Sperren am laufenden Band. Rapid bleibt dabei, dass sowohl Anzeige als auch Sanktionierung gegenüber Hedl ganz und gar nicht nachvollziehbar ist. Alle Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Protestkomitees werden geprüft – aber das wird nichts mehr bringen. Völlig richtig ist die Behauptung von Trainer Robert Klauß: „Alle haben Schaden genommen!“ Gegen den LASK wird daher Paul Gartler (Bild) zum zweiten Mal in dieser Saison, wie beim 1:1 in Klagenfurt, im Tor spielen.
Bald beschäftigte aber der Achtelfinalgegner Borac Banja Luka mehr. Am 6. März gastiert Rapid im 9930 Zuschauer fassenden Gradski-Stadion, eine Woche später fällt in Hütteldorf die Entscheidung. Vielleicht ohne Sektor für die Auswärtsfans. Denn es gab Donnerstag, als Borac mit dem 0:0 bei Olimpija Laibach den Aufstieg schaffte, Ausschreitungen, für die Fans des bosnischen Meisters verantwortlich waren. Darum war das Match erst nach 105 Minuten beendet. Rapids Videoanalysten waren auf der Tribüne, weil es laut Klauß „für uns“ noch einige Fragezeichen gab. Keine Diskussion gibt es, dass Rapid den wertvollen Kader hat. Mit einem Marktwert von 47,85 Millionen gegenüber dem von Borac mit nur 9,25. Kein einziger Spieler von Borac ist laut Internetportal Transfermarkt eine Million wert. In Laibach spielt auch ein 31 jähriger Salzburger: Stefan Savic wurde in Salzburg Nachwuchs ausgebildet, wechselte 2015 von Liefering zum LASK, ohne sich dort durchzusetzen. Weiter Stationen waren Slaven Belupo in Kroatien, Roda Kerkrade in Holland, Olimpija Laibach, Wisla Krakau, Tuzlaspor in der Türkei, Warta Posen und derzeit Banja Luka. Bekannt ist in Österreich der Kapitän von Borac, der derzeit verletzte Ex-Rapidler Srdjan Grahovac. 2014 kostete er 100.000 Euro Ablöse, als er von Borac zu Rapid wechselte. Vier Jahr später verkaufte ihn Rapid um 700.000 Euro nach Kasachstan an Astana. Ein Jahr später kam er ablösefrei zurück. 2022 verließ er Rapid in Richtung Türkei (Rizespor), kehrte danach zu Borac zurück. Bosniens Meister schlug in der Ligaphase der Conference League den LASK daheim nach 0:1-Rückstand noch 2:1, schaffte gegen Rapid-Bezwinger Omonia Nikosia ein torloses Unentschieden.
Losglück von Österreichs Legionären in der Champions League hatte nur Marcel Sabitzer: Borussia Dortmund trifft auf den französischen Klub Lille, Konrad Laimer mit Bayern München hingegen im deutschen Duell auf Meister Leverkusen, David Alaba mit Titelverteidiger Real Madrid auf den Stadtrivalen Atletico. Bei Feyenoord gegen Inter Mailand wäre theoretisch ein Österreicher-Duell möglich, aber Gernot Trauner ist derzeit verletzt, Marko Arnautovic fast immer nur Joker. Ein Leckerbissen wird auch das Duell zwischen Paris St. Germain und Liverpool. Steigt Sabitzer auf, wartet der Sieger aus Benfica-Barceona, bei Laimer Feyenoord oder Inter, bei Alaba PSV Eindhoven oder Arsenal.