Nach acht Jahren gibt es ab der kommenden Saison keine Punkteteilung mehr in Österreichs Bundesliga. Alle Punkte der 22 Runden aus den zwei Grunddurchgängen werden in die Meister- und Qualifikationsgruppe mitgenommen. Das beschossen die zwölf Klubs Dienstag einstimmig auf der Ligatagung, dies gilt für vier Jahre bis 2030. Sehr erfreut wird Ligavorstand Christian Ebenbauer darüber nicht gewesen sein, weil er stets ein Befürworter der Punkteteilung war, um die Spannung zu vergrößern. Künftig regiert wieder die absolute Fairness. Im Kampf gegen den Abstieg war dies zu hundert Prozent die richtige Entscheidung, bei dem um Meistertitel und Europacupplätze kann man verschiedener Ansicht sein. Das spannende Finish der vergangenen Saison, als bis zur letzten Runde Sturm Graz, Red Bull Salzburg, Wolfsberg und die Wiener Austria Titelchancen hatten, entstand auch mithilfe der Punkteteilung. Dass derzeit nach neun Runden die ersten vier innerhalb von nur einem Punkt liegen, mag die Entscheidung zwar beeinflusst haben. Aber diese Konstellation wird keine lange Dauer haben. Ohne Punkteteilung könnte es durchaus passieren, dass der Titelkampf schon frühzeitig entschieden ist und darunter die Spannung leidet. Das Ende der Punkteteilung könnte bei den oberen sechs noch zum Eigentor werden.
Heftige Diskussionen gab es um die Verteilung der künftig um einige Millionen geringeren TV-Gelder, ehe man bei der bisherigen Variante blieb: 50 Prozent als Fixbetrag, 30 % nach sportlichem Erfolg, sprich erspielten Punkten, 10 % nach Zuschauerzahlen (dass Rapid lieber einen höheren Anteil gehabt h#tte, kann man nachvollziehen) und zehn Prozent für den Österreicher-Topf, an dem sich bis 2027 nichts ändern wird. Es bleibt dabei, dass nicht mehr als sechs Ausländer am Spielbericht stehen dürfen. Aber in der übernächsten Saison zählen die Einsatzminuten von Spielern unter 22 Jahren dreifach, von U 24 doppelt, von U 26 einfach. Bei eingesetzten Österreichern, die älter als 26 sind, gibt es dann keine finanzielle Abgeltung mehr.
Wegen der reduzierten TV-Gelder von Sky könnte es ab der nächsten Saison keinen Video Assistent Referee mehr geben, der den Klubs insgesamt 1,5 Millionen Euro kostet. Es gibt seit der Einführung immer wieder heftige Diskussionen, ob der VAR sich melden darf oder nicht, ob er Fehler beging oder nicht, aber dennoch wäre die Abschaffung der falsche Schritt. Es wird kein Zufall sein, dass bis auf Schweden in allen europäischen Ligen mit VAR gespielt wird. „Jede zweite Woche ein VAR-Fehler ist okay“, behauptete Schiedsrichterchef Viktor Kassai letzten Sommer. Offenbar haben viele dazu eine andere Meinung.
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