Fußball

Ausgerechnet der LASK-Torschütze bewahrte Salzburg vor erster Heimniederlage nach 31 Spielen

Die letzte der sechs Minuten Nachspielzeit hatte schon begonnen. Alles sah nach dem Ende der langen Heimserie von Meister Red Bull Salzburg, der ersten Niederlage in Wals-Siezenheim seit dem 2:3 gegen Wolfsberg am 20. Dezember 2020 aus. Der LASK führte vor 14.800 Zuschauern, darunter Teamchef Ralf Rangnick, durch das siebente Saisontor des Kroaten Marin Ljubicic im ersten Spiel nach seiner Sperre 1:0. Schien kurz davor, wie zweieinhalb Jahr zuvor, am 14. Februar 2020, in Salzburg zu gewinnen.  Die Parallelen waren bereits gefunden: So wie damals beim 3:2 war auch Samstag Österreichs Topreferee Harald Lechner im Einsatz, bei Salzburg spielten damals Kapitän Andreas Ulmer, Max Wöber und Sekou Koita, beim LASK hielt auch damals Alexander Schlager ausgezeichnet, jubelten am Ende Rene Renner, Peter Michorl und Thomas Goiginger. Doch zur Neuauflage kam es nicht, sondern zu einem 1:1 (0:0).

Das lag an Ljubicic und Oumar Solet (Bid oben). Bei seinem Tor war Ljubicic  Salzburgs Innenverteidiger Strahinja Pavlovic entwischt. 18 Minuten später wollte er am eigenen Strafraum mithelfen, den Vorsprung gegen den Tabellenführer, der im Finish mächtig Druck machte, über die Zeit zu retten. Wollte den Ball mit dem Gesicht zum eigenen Tor stehend zu Florian Flecker zurückspielen. Doch daraus wurde eine Vorlage für einen Salzburger, ausgerechnet für Pavlovic. Der brachte den Ball zu einem andern Innenverteidiger, zu Oumar Solet. Der behielt die Nerven, traf an Schlager vorbei genau ins lange Eck. Der Rekord war gerettet, der Jubel war groß, dementsprechend das Entsetzen beim LASK, speziell bei Ljubicic. Er saß am Rasen, vergrub das Gesicht in den Händen. Nicht nur die Mitspieler trösteten ihn, sondern auch Lechner. Ausgerechnet der LASK-Torschütze leitete die Aktion zu Salzburgs Rettung ein. „So etwas passiert halt auch“, meinte sein Trainer Didi Kühbauer, der das Unentschieden „etwas schmerzhaft“, nach einem beherzten Auftritt nannte, denn man hätte sich hinten raus den Sieg auch verdient. Weil Salzburg zwar optisch überlegen war, aber nur zu wenigen Möglichkeiten kam, der LASK beim Stand von 0:0 mit  Michorls Freistoß an die Latte Pech hatte: „Es war ein Topspiel von uns“ wollte Kühbauer noch festhalten.

Von dem auch sein Kollege Matthias Jaissle im „Sky“-Interview sprach: „Der LASK hat es sehr gut gemacht. Der späte Treffer zeigt einfach, was für eine geile Mentalität wir haben! Da gibt es ein großes Lob.“ Jaissle ließ zu Beginn überraschend Luka Sucic auf der Bank, ebenso Ulmer. Wöber begann als linker Verteidiger, im zentralen Mittelfeld der 19 jährige Franzose Lucas Gourna Douath. Nach 62 Minuten brachte Jaissle Ulmer für Wöber, Sucic für Gourna und Koita für Noah Okafor. Ein Zeichen, dass es nicht wie erhofft lief. Nach 75 Minuten kamen mit Junior Adamu für Benjamin Sesko und Roko Simic noch zwei neue Stürmer, der Kroate für Mittelfeldspieler Nicolas Capaldo. Mit vollem Risiko kam es noch zum Happy End. Wichtig vor der Champions League am Mittwoch gegen Dinamo Zagreb. Kroatiens Serienmeister besiegte Samstag mit Ex-Rapidler Robert Ljubicic daheim im Maksimir Slaven Belupo 4:1 (1:0). Bis zur 72. Minute stand es 1:1.

Foto: Red Bull Salzburg/Getty/Schaad.

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