Fußball

Ausgerechnet Grüll soll Rapids schwarze Serie in Ried beenden

Lang ,lang ist´s her, dass Rapid zum letzten Mal in Ried gewann. Schon sechs Jahre. Am 26. September 2015 gelang dies zum letzten Mal. Als Grün-Weiß nach zehn Runden mit vier Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg Tabellenführer war, Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic noch Trainer, Interimstrainer Steffen Hofmann Kapitän und Regisseur. Damals sah es schon nach einem 0:0 aus, als in der 93. Minute nach einem Eckball von Deni Alar der der kroatische Fehlkauf Matej Jelic per Kopf noch für das späte Siegestor sorgte. Sehr zum Ärger von Thomas Reifelsthammer, damals Rieds Abwehrchef, jetzt in der gleichen Funktion wie Barisic.

Im November 2021 stellte sich die Situation ganz anders dar. Rapid ist nicht Tabellenführer, sondern Sechster, 20 Punkte hinter Platz eins, einen Punkt hinter dem Vierten Ried, der 2015 in der Zehnerliga als Vorletzter 14 Punkte Rückstand auf Rapid hatte.  Wie groß Rapids Respekt vor den Innviertlern derzeit ist, zeigte Hofmann, in dem er Donnerstag in der Europa League gegen West Ham seine besten Torschützen, Marco Grüll und Ercan Kara, nur in der letzten halben Stunde einsetzte, Linksverteidiger Max Ullmann gar nicht. Ried ist saisonübergreifend seit zwölf Spielen ungeschlagen, verlor daheim zuletzt am 14. März im Oberösterreich-Duell gegen den LASK. Klar, dass Ried auf seine Heimstärke, den Rieder Geist setzt,. Zumal Rapid in dieser Saison noch kein Auswärtssieg gelang. Ob sich dies am Sonntag ändern wird?

Es wäre irgendwie kurios, sollte ausgerechnet einer mit erfolgreicher Ried-Vergangenheit die Rieder Heimserie beenden. Nämlich Marco Grüll, der in 80 Spielen für Ried 31  Tore erzielte. Darunter eines gegen Rapid.  Das war am 22. November 2020 das Siegestor zum 4:3 gegen die Hütteldorfer nach dreimaligem Rückstand. Auch für Rapid hat Grüll (Bild oben) schon gegen seinen Ex-Klub getroffen. Beim 3:0-Heimsieg im August sorgte er für den Führungstreffer. Hemmungen, das an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zu wiederholen, hätte er sicher keine. Das beweist sein Sager, dass es an der Zeit wäre, dass Rieds Heimserie zu Ende geht.  Die Devise in Hütteldorf heißt „Ried ist nicht West Ham“. Obwohl Ried derzeit ebenso Rang vier belegt wie der Londoner Traditionsklub in der Premier League.

Ried glaubt in Ante Bajic den neuen Grüll gefunden zu haben. Letzte Saison wurde er beim Sieg gegen Rapid eingewechselt, bereitete den Siegestreffer von Grüll vor. Jetzt gilt er als gefährlichste Waffe gegen Rapid. Beim letzten Heimsieg zum 1:0 gegen Hartberg erzielt er spektakulär das Siegestor, die Vorarbeit kam von Ex-Rapidler Stefan Nutz. Der direkte Bundesliga-Vergleich dieser Saison spricht für Grüll: Fünf Tore und vier Assists bei 15 Einsätzen, drei Tore und ein Assist des 26 jährigen Bajic bei nur neun, also sechs weniger als Grüll. Denn von Ende August bis Anfang Oktober war Bajic wegen einer Muskelverletzung nur Zuschauer.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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