Rapid gegen Meister und Tabellenführer Sturm Graz, das wird Sonntag vor mehr als 22.000 Zuschauern in Hütteldorf sicher der Kracher der Runde. Für Trainer Peter Stöger fordert seine Mannschaft die derzeit beste von Österreich heraus. Aber schon der Auftakt zur Rückrunde des Grunddurchgangs hat Samstag etwas zu bieten. Vielleicht den ersten Saisonsieg des Schlusslichts GAK? Vor einem Jahr gelang er erst in der 13. Runde, diesmal wäre es eine Runde früher. Gegner Altach hatte seit der Ligareform noch nie 14 Punkte, belegt daher Platz sechs. Oder das Linzer Derby zwischen Blau Weiß und LASK. Bisher nützte Blau Weiß zweimal den Heimvorteil, um den LASK zweimal ohne Gegentor zu besiegen. Dagegen steht die bisherige Erfolgsserie des LASK seit der Rückkehr von Trainer Didi Kühbauer: Drei Siegen in drei Spielen, kein Tor kassiert. Beide brauche Punkte, um unter die ersten sechs zu kommen: Blau Weiß liegt als Vorletzter vier Punkte hinter Altach, der LASK als Neunter nur einen.
Zwei Punkte mehr als Altach hat die Wiener Austria, die Samstag ihr erstes Pflichtspiel in der Südstadt seit dreieinhalb Jahren, seit März 2022 bestreitet. Damals schlug sie die Admira 2:1, kam dadurch in die Meisterrunde. Die Admira stieg am Saisonende ab. Trainer der Austria war damals Manfred Schmid, Samstag ist er der von Gegner Hartberg, der zuletzt bei der Austria für Ärger sorgte: letzte Saison jubelte Schmid (Bild) über das 1:0 im Semifinale des Uniqa-Cups, in dieser über das 3:1 in der Generali Arena. Dass Schmid der Trainerfavorit von Austrias Präsidenten Kurt Gollowitzer ist, gilt als offenes Geheimnis. Gollowitzer war gegen die Trennung im Dezember 2022, hinter der Sportvorstand Jürgen Werner stand. Vor zwei Monaten warf Werner nach der Heimpleite gegen Hartberg und Schmid, entnervt von organisierten Fan-Sprechchören gegen ihn, das Handtuch.
Für Hartberg ist es das letzte „Heimspiel“ der Südstadt vor der Rückkehr ins renovierte eigene Stadion nach der Länderspielpause gegen Ried. Die Hartberg-Bilanz in der Südstadt: Unverdientes 1:2 gegen Salzburg, knappes 0:1 gegen Rapid und 2:2 gegen Wolfsberg. Zuletzt verschenktr Hartberg zwischen der 86. und 94. Minute Auswärtssiege gegen LASK (von 3:0 auf 3:3) und Altach (von 2:0 und 2:2), damit vier Punkte, mit denen die Steirer jetzt vor der Austria liegen würde. Das heißt: Für Austria geht es darum, unter den ersten sechs zu bleiben. Drei Siege in den ersten fünf Auswärtsspielern waren zuletzt in der Saison 2012/13 unter Peter Stöger gelungen, als er mit Assistent Schmid Austria zu ihrem bisher letzten Meistertitel führte. Samstag wird es für die Austria durch ihre Fans sicher ein Heimspiel. Trainer Stephan Heln: „Es ist ganz wichtig, extrem hungrig zu bleiben und regelmäßig zu punkten!“
Stripfing, letzte Saison noch Austrias Kooperationsklub in der zweien Liga, könnte Freitag beim 0:4 (0:3) gegen Rapid II sein letztes Spiel bestritten haben. Man hört, dass der Klub aus dem Marchfeld in die Insolvenz gehen muss und wird. Vor einem Jahr warf Stripfing Rapid noch aus dem Cup.
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