Die Austria antwortet eine Woche nach dem Ende der langen Erfolgsserie mit einem Auswärtssieg über das heimschwächste Team der Bundesliga. Das zugleich den ersten vollen Erfolg ohne Aleksandar Dragovic bedeutete. Beim 0:1 gegen Blau Weiß Liz zum Saisonstart saß er auf der Tribüne, weil noch die Spielberechtigung fehlte. Als er beim ersten Saisonderby gegen Rapid nach 52 Minuten verletzt ausschied, stand es 1:1. Am Ende verlor die Austria 1:2. Samstag übernahm Tin Plavotic die Position von Dragovic als zentraler Innenverteidiger, links agierte statt Plavotic Lucas Galvao. Sechs Minuten reichten der Austria für drei Punkte. Zwischen der 56. und 62. Minute fielen die Tore zur 2:0-Führung, Torhüter Samuel Sahin Radlinger wurde erst nach 91 Minuten vom Slowenen Tio Cipot bezwungen. Vor der Pause verhinderte Sahin Radlinger mit seiner besten Reaktion den Rückstand, als einen Schuss von Debütant Thomas Schiestl über die Latte drehte.
Diskussionen gab es um den Elfmeter zur Austria-Führung. Benjamin Rosenberger wurde von Reinhold Ranftls Flanke aus kurzer Distanz an der ausgestreckten linken Hand getroffen. Referee Markus Hameter erkannte das nicht, VAR Sebastian Gishamer meldete sich. Hameter sah sich die Szene nochmals an, zeigt den auf der Punkt. „Das gibt das Regelwerk sehr“, wusste Sky-Experte Peter Stöger. „Spezialist“ Dominik Fitz verwandelte den Elfmeter sicher. Noch als er anlief, hob Galvao bereits die Hände zum Jubel. Das war die Szene des Spiels. Das 2:0 ging auf das Konto von Maurice Malone (Bild), der durch einen kapitalen Fehler von GAK-Innenverteidiger Petar Filipovic freie Bahn hatte. Für Fitz und Malone war es jeweils das siebente Saisontor, Fitz verwandelte fünf Elfmeter. Bei Malone war keiner dabei.
Ein Tor fiel auch bei Wolfsbergs 3:0 (1:0) in Hartberg nach VAR-Intervention. Isa Simsek machte Julian Weinberger auf ein Foul von Hartbergs Innenverteidiger Mateo Karamatic an Thierno Ballo aufmerksam. Den darauf folgenden Elfmeter verwandelte Ballo zum 2:0 selbst. Gesprächsstoff lieferte aber auch Wolfsbergs Führung: Ein Traumtor von Dejan Zukic unter die Latte, der eine Flanke von Maximilian Ullmann direkt mit links übernahm. Laut Trainer Didi Kühbauer hat Zukic den linken Fuß normal wirklich nur zum Stehen, wie er im Spaß versicherte: „Er hat mir heute vor dem Spiel prophezeit, dass er ein Tor schießen wird. Ich glaub’, dass der nicht ganz dicht ist.“ Mit dem sechsten Sieg in den letzten sieben Runden ohne Niederlage qualifizierte sich Wolfsberg auch theoretisch erstmals seit 2022 für die Meisterrunde, gilt für „Experten“ wie Klagenfurt-Trainer Peter Pacult als Geheimtipp im Titelrennen. Weil Wolfsberg anders als Sturm Graz, Red Bull Salzburg und die Wiener Klubs nichts zu verlieren hat.
Einen Abbruch gab es in der zweiten Liga. Lifering trat in Bregenz nach 91 Minuten ab. Bregenz führte 2:0, als Lieferings Mali-Legionär Gaoussou Diakite die gelb-rote Ampelkarte bekam. Darauf folgten rassistische Äußerungen von einem Zuschauer, der danach identifiziert wurde. Liefering trat geschlossen ab. Das Spiel wurde nach einiger Beratungszeit von Schiedsrichter Julian Schnur beendet. Der Fall landet bei der Bundesliga.
Foto: Gepa/Admiral.