Der Cup bedeutet den kürzesten Weg zu einem Titel. Das gilt sowohl für die Wiener Austria als auch für die Violetten aus Klagenfurt. Den letzten ihrer 14 Cuptitel schaffte die Austria vor 14 Jahren, die Klagenfurter noch keinen. 2001 gewann zwar eine Kärntner Mannschaft den Cup, aber das war damals der FC Kärnten unter Walter Schachner, der im Endspiel Meister FC Tirol im Happel-Stadion 2:1 bezwang. Mittwochabend geht es in der Wiener Allianz-Arena um den Aufstieg ins Viertelfinale, das die Klagenfurter unter Peter Pacult in den letzten drei Bewerben immer erreichten. Die Austria hingegen nur 2021. „Wir treffen auf die derzeit formstärkste Mannschaft in Österreich“ machte Austrias Trainer Michael Wimmer dem Herausforderer ein Kompliment. Zwar kann man bei der Austria von einem goldenen Oktober ohne Niederlage sprechen, aber genauso bei Klagenfurt. Da begann der goldene Oktober schon Ende September. Die Bilanz: Aus den letzten fünf Runden elf Punkte. Das schaffte keine andere Mannschaft in der Bundesliga. Klagenfurt hat derzeit sechs Punkte mehr als der Cupgegner.
„Sie sind nicht nur in der Defensive kompakt, sondern machen aus wenig Chancen viele Tore“, lobte auch Austrias Torjäger Andreas Gruber den Achtelfinalgegner. Kann sein, dass auch das Duell des Führungsduos der Schützenliste über den Aufsteiger entscheidet. Gruber ist mit acht Treffern Erster, Klagenfurts Legionär Sinan Karweina, der zuletzt zweimal gegen Rapid traf (Bild), mit sieben Zweiter. Gruber verhinderte in der sechsten Runde am 3. September eine 1:2-Heimniederlage gegen Klagenfurt, als ihm in der Nachspielzeit per Kopf der Ausgleich gelang. Das war sein drittes Tor. Auch Karweina traf damals. Mit seinem fünften Treffer zum 1:1. Austria war damals sicher die aktivere, bessere Mannschaft, gewann trotzdem nicht. Was passiert am Allerheiligentag? „Es wird wieder ein enges Spiel auf Augenhöhe“, prophezeite Wimmer, der den positiven Trend ganz realistisch betrachtet: „Es war vorher nicht alles schlecht und ist jetzt nicht alles gut!“ Auch in der Defensive trotz Christian Früchtls Torsperre über 525 Minuten. Zurücklehnen ist daher strengstens verboten. Aber das hat ohnehin keiner im Sinn.
Die Personalsituation für Wimmer hat sich gegenüber dem überraschenden 1:0 gegen Sturm am Sonntag nur in einem Punkt geändert: Innenverteidiger Lucas Galvao steht wieder zur Verfügung. Der erkrankte Dominik Fitz fällt hingegen ebenso weiter aus wie Muharem Huskovic mit Knieproblemen. Pacult kann derzeit nur auf 14 gesunde Feldspieler zurückgreifen. Erschüttern kann ihn das aber nicht: „Bei uns gibt´s eben keine Stammelf!“ Samstag im Kärntner Derby bei Wolfsberg könnte es schon besser sein. Dann besteht die Chance, dass Andy Irving und Christopher Cvetko wieder dabei sind. Wolfsberg flog Dienstag vor 2200 Zuschauern beim Zweitligisten DSV Leoben auf dem Monte Schlacko aus dem Cup. Führte zur Pause 1:0, Deni Alars Ausgleich brachte das 1:1 nach 90 und 120 Minuten. Das Elfmeterschießen gewann Leoben 5:4. Der 14. Elfmeter, den Simon Piesinger vergab, entschied. Leobens Tormann Florian Wiegele hielt Elfmeter von Bernhard Zimmermann, Ervin Omic und Pisinger, Wolfsbergs Lukas Güttlbauer hielt gegen Matija Horvath und Alar. In der regulären Spielzeit scheiterte Kevin Friesenbichler mit einem Elfmeter an Güttlbauer. DSV Leoben steht erstmals seit 1999 im Viertelfinale.