Sloweniens Meister Celje empfängt Mittwochabend den FC Salzburg in der dritten Runde der Europa League, muss in der nächsten nach Graz. Zuvor empfängt Sturm in seinem zweiten Heimspiel Olympique Marseille. Ein französischer Gegner wie zum Start Stade Rennes. So wie damals mit dem 0:0 müsste für Sturm auch diesmal etwas zu holen sein. Marseille spielte letzte Saison zwar noch in der Champions League, aber das Image ist besser als die aktuelle Form: In der Europa League zwei Niederlagen (1:4 in Istanbul gegen Besiktas, 0:1 daheim gegen Olympiakos Piräus), in der Ligue 1 nach sieben Runden nur Neunter mit fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Olympique Lyon. Trotz des 5:2 am Wochenende beim Nachzügler Angers. Von Topform ist die Mannschaft von Trainer Bruno Genesis noch weit entfernt. Der Spieler mit dem bekanntesten Namen ist Rechtsverteidiger Timothy Weah, der von Juventus kam. Weahs Vater George war in Frankreich Meister mit Monaco, in Italien mit Milan, 1995 Weltfußballer, später Staatspräsident von Liberia. Bekannt ist auch der dänische Mittelfeldspieler Pierre-Emile Höjbjerg , der zuvor in England bei Tottenham und Southampton, wo Ralph Hasenhüttl sein Trainer war, spielte.
Sturm schöpfte mit dem 6:1-Derbytriumph gegen den GAK sicher Selbstvertrauen. Trainer Fabio Ingolitsch hofft auf die Fortsetzung der Jubelserie von Oumar Diakite (Bild), der dreimal gegen den Stadtrivalen, zuvor zweimal gegen die Austria und einmal gegen den LASK traf. Als Reims-Leihspieler wird Diakite gegen eine französische Mannschaft besonders „geladen“ sein. Zweifelsohne bedeutet das Match die internationale Bewährungsprobe für den 28-jährigen Amar Helac im Tor, den Ersatz für den schwer verletzten Danili Chudykov. Das Ziel von Helac: „Der Mannschaft Sicherheit vermitteln“. Der Ärger über die Ankündigung der Stadt Graz, das Sponsoring von Sturm, GAK und Eishockeymeister 99ers in der Gesamthöhe von 905.000 Euro mit Saisonende einzustellen, blieb trotz der bevorstehenden Europa League unverändert groß. In einer gemeinsamen Erklärung veröffentlichten die Klubs auch Zahlen: Sie zahlten letzte Saison an Mieten und Energiekosten an die Stadt 2,8 Millionen, ihr Werbewert für die Stadt betrug 5,3 Millionen. Die Klubs behalten sich weitere Maßnahmen vor. Sturm-Präsident Christian Jauk wiederholte seinen Vorwurf: „Wir wurden leider zum Spielball der Grazer Stadtpolitik!“
Salzburg liegt derzeit auf Rang 21 in der Europa League, wäre damit für die Play-offs qualifiziert. In Celje müsste ein weiterer Schritt dazu gelingen – alles andere als der zweite Auswärtssieg nach dem 1:0 gegen Levski Sofia, den auch Trainer Danny Röhl fordert, wäre fast ein Selbstfaller. Celje verlor die ersten zwei Spiele, erzielte kein Tor (0:2 in Leverkusen, daheim 0:3 gegen Omonia Nikosia), liegt in der Meisterschaft auf Platz sechs. Am Wochenende gab es ein 0:0 bei Tabellenführer Maribor. Salzburg und Celje treffen erstmals aufeinander. Der Einsatz des zuletzt kränkelnden Karim Konate ist noch offen. Eine größere Herausforderung hat Hoffenheim, die Mannschaft von Ex-Sturm-Trainer Christian Ilzer: daheim gegen Frankreichs Tabellenführer Olympique Lyon. Das wird auch ein Österreicher-Duell: Alexander Prass in Hoffenheims Mittelfeld gegen Lyons Innenverteidiger Felix Bacher. In der Conference League trifft Philipp Lienhart mit Freiburg auswärts auf AS Monaco.
Sturm gegen Marseille überträgt in Österreich nur Canal+ live. Bei Servus TV und Sky Austria ist Celje-Salzburg zu sehen, Sky bringt zudem eine Konferenz von acht weiteren Spielen, unter anderem von Hoffenheim und Freiburg. Experte ist Marc Janko.
Foto: APA/Erwin Scheriau.
