Fußball

Beim Interimstrainer hat Austria weniger Risiko als mit dem neuen Geschäftsführer

Der an Corona erkrankte General Manager der  Austria, Peter Stöger führte am Wochenende virtuell eine angenehmes erstes Gespräch in Sachen Rückkehr mit Alexander Wehrle, dem Finanzmanager des 1. FC Köln und Sportchef Horst Heldt. Am Samstag, wenn die Austria in Altach den Kopf um Platz sieben fortsetzt, ist Stöger noch in Quarantäne. Auf der Bank vertreten ihn sein Assistent Joachim Fallmann (Bild oben) und Tormanntrainer Alex Bade. Fallmann ist als Trainer irgendwie bei einem aus der großen Austria-Mannschaft der Siebzigerjahre in die Lehre gegangen: Er war bei St.Pölten in der Aufstiegssaison 2015/16 der Co-Trainer von Karl Daxbacher. Zwischen Oktober 2016 und September 2017 folgte er auf Daxbacher als Chef, später trainierte er eineinhalb Jahr Zweitligist Amstetten, ehe er letzten Sommer bei der Austria anheuerte, was seinem Sohn Pascal nicht sehr gefiel: Denn der gehört zu den größten Talenten im Rapid-Nachwuchs.

Man kann annehmen, dass es täglich Gespräche zwischen Fallmann und Stöger gibt. Daher bedeutete die Lösung für ein Spiel kein Risiko. Kann man das auch von einer anderen Personalie, die für längere Zeit geplant ist, behaupten? Montag nahm der im März auch auf Empfehlung eines renommierten Personalberaters bestellte neue AG-Vorstand Gerhard Krisch seine Tätigkeit auf.  Präsident Frank Hensel feierte ihn als erfahren, entscheidungsstark und teamorientiert, auf den das Anforderungsprofil optimal passt und versicherte, die Expertise von Krisch werde für die Strategie-Ausrichtung ganz wesentlich sein. Und das ist garantiert um einiges riskanter wie Co-Trainer Fallmann als Chef.  Hensel muss Krisch ja feiern, weil der seine Erfindung ist.  Mit Hilfe von Robert Zadrazil, dem Vorsitzenden des Austria-Verwaltungsrats. Der schon Chef von Krisch bei der Unicredit-Bank war, die Austrais Kreditgeber ist, und ihn empfahl.

Krisch als erfahren in Sachen Fußball zu bezeichnen, weil er den Job als „Head of Commercial Banking“ bei der Unicredit aufgab und am 1. Jänner 2017 bei der Vienna als General Manager in der Regionalliga Ost einstieg, Österreichs ältesten Klub in der Insolvenz begleitete und ihn am September 2019 in der Wiener Liga aus persönlichen Gründen verließ, ist jedenfalls gewagt. Ebenso ihn als alleinigen AG-Vorstand agieren zu lassen.  So wie in den letzten Jahren  Markus Kraetschmer, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft. Von ihm hört man  seit der in zweiter Instanz erteilten Lizenz nichts mehr. Das lässt darauf schließen, dass er wegen des Finanzdebakels nicht mehr gefragt sein wird. Krisch sieht auf Grund von Tradition, Infrastruktur, der Marke und des Standorts Wien gute Rahmenbedingungen und weiß, das es viel zu tun gibt. Er wird sich bei wichtigen Themen einbringen. Dazu wird sicher auch die Zusammenarbeit mit dem strategischen Partner Insignia gehören. Wenn sich der an den Vertrag hielt, müsste die erste Millionenrate bei der Austria schon eingetroffen sein.

 

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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