„Bild“ schrieb von einem epischen Schlagabtausch zwischen dem FC Barcelona und Inter Mailand im zweiten Semifinale der Champions League. Das 3:3 (2:2) lässt für das Retourspiel am nächsten Dienstag alles offen, Barcelona bewies Aufholjagd-Qualitäten, egalisierte ein 0:2 und 2:3. Inter führte bereits nach 30 Sekunden durch einen Zauberfersler vob Marcus Thuram, das war das bisher schnellste Tor in einem Semifinale der Königsklasse. Nach 21 Minuten lag Italiens Meister 2:0 vorne, der Holländer Denzel Dumfries traf mit einem Seitfallzieher. Barcelona bestimmte eigentlich das Spiel, schlug zurück, zunächst durch den herausragenden 17 jährigen Lamine Yamal, der permanent wirbelte, das Anschlusstor erzielte. Nach 38 Minuten stand es 2:2, Ferran Torres, der Ersatz für den verletzten Robert Lewandowmski, traf nach einer Traumkombination. Barcelona drückte auf die Führung und den Sieg, doch Inter gelang nach 64 Minuten mit dem vierten Torschuss der dritte Treffer. Erneut traf Dumfries, der zum „man of the match“ gewählt wurde. Aber nur 114 Sekunden ging ein Raphinha-Hammer aus 25 Metern an die Latte, vom Rücken von Inters Schweizer Torhüter Yann Sommer sprang der Ball über die Linie. Das war der Schlusspunkt.
Barcelonas früherer „Goleador“ aus Wien, Hans Krankl, mit Barca 1979 Sieger im Europacup der Cupsieger mit dem Siegestor beim 4:3 im Finale von Basel gegen Fortuna Düsseldorf, konnte das Spiel live nicht sehen. Er sang zur gleichen Zeit im Stadlauer Vorstadtbeisl Selitsch Italo-Ohrwürmer, internationale Hits wie Ring of Fire von Johnny Cash, und Austro-Pop. Das Dreistundenprogramm begann er eine Stunde vor Anpfiff in Barcelona mit „Ciao, ciao, Bambina“, irgendwie war er ständig über den Zwischenstand informiert. In seiner Pause fiel gerade der Ausgleich zum 2:2, da glaubte er noch fest an den Sieg. Beim Schlusspfiff in Barcelona sang er gerade die zweite Zugabe, Adriano Celetanos Megahit „Azzurro“. Schon zuvor nach den Capri-Fischern, dem Lied von Österreichs Team bei der WM 1978 bei Argentinien und vor den „Rostigen Flügel“, seiner Nummer eins in der Hitparade aus dem Jahr 1984, teilte er dem Publikum, zu dem einige vom Rapid-Fanclub „Flotown Boys“ gehörten, mit: „In Barcelona steht´s 3:3, dann schlagen wir´s halt in Mailand“. Auch dafür gab´s Applaus. Es kann ja auch passieren. Bei Inter dürfte Kapitän Lautaro Martinez, der zur Pause verletzt ausschied, in Mailand fehlen. Trainer Simone Inzaghi brachte für seinen besten Stürmer aber nicht Marko Arnautovic, sondern den Iraner Mehdi Taremi.