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Das Austria-Geständnis: „Wir stehen wieder wie die Deppen da!“

Wolfsbergs Trainer Gerhard Struber fand sogar, dass sein Vorgänger Christian Ilzer mit Austria mit dem 0:3 (0:0) bei seinem Ex-Klub Sonntag noch glimpflich davonkam. Passte irgendwie nicht zu seiner Forderung, dass die Kärntner trotz Platz drei und des prolongierten Höhenflugs weiter demütig bleiben müssen. Ilzer braucht hingegen sehr gute Nerven, den Austrias Lage wird immer prekärer: Nur fünf Punkte aus den ersten sieben Spielen bedeuten einen Tiefstwert in der Klubgeschichte. Durch die Niederlage von Aufsteiger Swarovski Tirol und Altach überholt, damit nur noch auf Platz zehn. Das schlimme an der Lage ist: Es lag nicht an zuwenig Kampfgeist oder schlechter Einstellung. Die Austria spielte in Wolfsberg fast an ihrem oberen Limit. Viel mehr Qualität hat diese Mannschaft nicht. Aber es reichte trotzdem nicht. Sportvorstand Peter Stöger gab nach dem 0:3 „Sky“ kein Interview. Aber wer seinen Charakter kennt, weiß, dass weiterhin gilt, was er zwei Wichen zuvor nach der Derbyniederlage sagte: Es gibt keine Trainerdiskussion, die Spieler sind in der Pflicht.

Ilzer hatte einiges verändert. Stephan Zwierschitz rechter Verteidiger, im Abwehrzentrum Tarkan Serbest und Erik Palmer Brown, Routinier Florian Klein diesmal im Mittelfeld, Dominik Fitz nach der Pause im Derby wieder erste Wahl. Das bedeutete drei personelle Umstellungen. Draußen blieb auch der Australier James Jeggo. Trotzdem dominierte Wolfsberg speziell in der ersten Hälfte das Geschehen.Dass es zur Pause noch 0:0 stand, lag an Tormann Ivan Lucic: Er hielt nach 43 Minuten schon den zweiten Elfmeter dieser Saison. Wie in Hartberg gegen Dario Tadic, so in Wolfsberg gegen den Ex-Austrianer Michael Liendl. Lucic lenkte den Ball an die Stange. Erst der dritte von 17 Elfmetern in der Bundesliga, den Liendl vergab. Der erste in dieser Saison.

In der zweiten Hälfte hielt die Austria besser mit. Kam bei einem Schuss von Zwierschitz, den Alexander Kofler gerade noch abwehrte, der Führung nahe, die  Wolfsberg nach 67 Minuten durch den unter Ilzer geholten Ex-Holland-Legionär Manfred Ritzmaier erzielte. Bei der sich Austrias Defensivspieler Vesel Demaku und Thomas Eber nicht gut anstellten. Damit lag  Austria zum fünften Mal in sieben Runden 0:1 zurück, konnte aber anders als in Hartberg die Niederlage nicht mehr verhindern. Dazu fehlte auch das Glück, was für eine Mannschaft in Austrias Lage auch irgendwie typisch ist: Zwierschitz köpfelte nach einem Eckball an die Latte, der Abpraller kam zum Israeli Alon Turgeman. Dessen Köpfler wehrte Kofler gerade noch mit Hilfe der Latte ab.  In den letzten fünf Minuten lief die Austria in einen Konter, bei dem Lucic Shon Weissman foulte, Israels Teamstürmer den zweiten Elfer an diesem Tag sicher verwandelte. Und dann traf noch Salzburg-Leihgabe Anerson Niangbo nach einem Eckball.

„Wir hatten einen klaren Plan, konnte aber den nicht zu einem Torerfolg von uns umsetzen. Am Ende setzte ich die formstarke Mannschaft gegen eine durch, die sich alles extremst mühsam erarbeiten muss“, meinte Ilzer, der wusste, dass in der Situation der Druck groß ist: „Wenn die Ergebnisse und Leistungen nicht passen, muss man damit leben. Aber ich spüre intern die Unterstützung, auch von der Mannschaft.“ Pechvogel Zwierschitz (Bild oben) gestand entwaffnend ehrlich: „Wir bereiten uns zwei Wochen gezielt vor, aber am Ende stehen wir wieder wie die Deppen da. Da fehlen einem langsam die Worte.“

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