Neues Highlight in der Karriere von Erfolgstrainer Oliver Glasner: Mit einem souveränen 3:0 (1:0) gegen Aston Villa kam er mit Crystal Palace im Wembley-Stadion vor 82.000 Zuschauern, darunter 40.000 Crystal Palace-Fans, ins Endspiel des FA-Cups am 17. Mai gegen den Sieger aus Manchester City gegen Nottingham. Für den 50 jährigen Oberösterreicher wird es sein drittes Finale, in die ersten zwei kam er mit Eintracht Frankfurt: 2022 gab es in Sevilla den Triumph in der Europa League gegen die Glasgow Rangers im Elfmeterschießen, ein Jahr später die 0:2-Niederlage um den deutschen Pokal in Berlin gegen RB Leipzig. Drei Endspiele in vier Jahren mit drei Klubs, viele Trainer schaffen das nicht. Glasner ist der erste österreichische in einem FA-Cup-Finale. Seit Samstag auch der erste seit Edi Frühwirth 1965, der in Wembley gewann. Crystal Palace kam bisher 1990 und 2016 ins Endspiel, es gab zwei Niederlagen. Glasner kann den ersten Titel in der Geschichte des 1905 gegründeten Traditionsklubs aus dem Süden Londons holen. Einer Gegend mit vielen Menschen, die in Armut leben. Einige Spieler der „Eagles“ sind dort aufgewachsen, unter anderem Eberechi Eze, der gegen Aston Villa die Führung erzielt oder Kapitän Marc Guehi.
Crystal Palace-Fans bringen stets große Transparente mit der Aufschrift „Pride of South London“ mit auf die Tribüne. So war es auch Samstag in Wembley. Der Jubel über den Stolz des Südens von London war gewaltig, ging noch lange nach dem Schlusspfiff weiter. Laut BBC war das 3:0 auch ein Sieg für die Rekordbücher. Weil noch keine Mannschaft in Wembley bei einem Sieg zwei Tore mit Schüssen von außerhalb des Strafraums erzielte. Das war das 1:0 von Eze aus 17 Metern (Bild) nach 31 Metern und das 2:0 durch Senegal-Stürmer Ismaila Sarr nach 58 Minuteen aus 25 Metern. Sarr sorgte nach 94 Minuten auch für den Endstand. Zwischen 1:0 und 2:0 gab es in der 53. Minute einen verschossenen Elfmeter von Jean Philippe Mateta. Danach verhinderte eine Superreaktion von Tormann Dean Henderson, dass Aston Villa mit seinem spanischen Trainerstar Unai Emery, der dreimal mit Sevilla die Europa League gewonnen hatte, der Ausgleich gelang. Mit dem 2:0 war alles gelaufen. „Ich bin sehr stolz auf meine Spieler und auf unsere Fans“, sagte Glasner. Der Satz spricht für seine „Bescheidenheit“. Mit ihm jubelten drei weiter Österreicher auf der Bank: Seine Assistenten Michael Angerschmid, Ronald Brunmayr und Emanuel Pogatetz.