Fußball

Das endlose Warten auf Entscheidungen nervt: Quarantäne bis Juni?

Dienstag gab die UEFA in einer Telefonkonferenz der 55 Generalsekretäre der Mitglieder-Verbände klar der Beendigung der nationalen Ligen den Vorrang. Donnerstag wird das Exekutiv-Komitee neue Termine für die Europacup-Bewerbe und das Play-off um die letzten vier Plätze für die auf 2021 verschobene Europameisterschaft beschließen und präsentieren. Dazwischen grätschte bereits Dienstag Abend in Den Haag Hollands Premier Mark Rutte, der sich nichts um die UEFA-Pläne scherte, Profifußball und auch Geisterspiele bis 1.September verbot. Darauf erklärte der holländische Verband KNVB mit Präsident Michael van Praag alle Bemühungen, die Saison zu Ende zu spielen, für beendet. Damit geht es für van Praag, Mitglied des Exekutivkomitees, darum, wie die UEFA mit ihrem Präsidenten Aleksander Ceferin reagiert, was mit den holländischen Europacupplätzen für nächste Saison passiert. Meister Ajax Amsterdam führte die Tabelle  mit acht Punkten Vorsprung auf Alkmaar an.  Als Belgien die Saison abbrach, drohte Ceferin noch mit dem Verlust der  Europacup-Plätze.

Am gleichen Dienstag Abend kündigte Friedrich Curtius, der Generalsekretär des deutschen Verbands, für September Länderspiele an, kam aus den Ligen von Deutschland und Österreich die Nachricht, dass bei der nächsten Konferenz der Klubs am Donnerstag und Freitag kein konkreter Termin für den Neustart beschlossen wird. Sicher ist, dass sich Österreichs Ligavorstand Christian Ebenbauer etwas an der Vorgehensweise des deutschen Geschäftsführers Christian Seifert orientiert. Der will die Politik nicht unter Druck setzen, ihr etwas vorgeben. Dabei signalisierte die deutsche Politik ebenso bereits grünes Licht für Geisterspiele wie die österreichische.  Aber es finden sich offenbar immer wieder Politiker und ihre Berater sowie Virologen oder auch Klubvertreter, denen etwas Neues einfällt, womit man dies alles in Frage stellen könnte. Das endlose Warten auf konkrete Entscheidungen, das Zerreden der  Dinge, nervt. Irgendwann kann man sich auch hinter der Devise Qualität statt Schnelligkeit nicht mehr verstecken.

In Deutschland und in Österreich gibt es fertige Konzepte der Ligen für die Geisterspiele mit logischerweise ähnlichem Inhalt. Die müssen von der Politik genehmigt werden. In Deutschland soll dies am 30. April geschehen, in Österreich gibt es noch keinen Termin dafür Ebenbauer rechnet erst mit einem im Mai, da der Liga-Vorschlag erst Dienstag Abend ans Gesundheitsministerium übermittelt wurde. In Deutschland wird Donnerstag eine Steigerung zu den schon eingeräumten Vorsichtsmaßnahmen oder Beschränkungen: Die ganze Liga soll bis Saisonschluss, also bis Mitte oder Ende Juni, in Quarantäne.

Bei Fortuna Düsseldorf gibt es den Plan, die Spieler samt Familien und Betreuer in einem Hotel abzuschirmen. Kevin Stöger, der österreichische Mittelfeldstar der Fortuna, räumte ein:  „Mit Familie ist das leichtere auszuhalten als ohne!“ Ob das auch in Österreich anders als bisher noch zum Thema wird? Die Lage in Deutschland ist prekär. Schalke dementierte jedenfalls nicht die Meldung, bereits vor Corona die ausstehende vierte Rate seiner nationalen TV-Gelder verpfändet, an Dritte abgetreten zu haben. Da dreht es sich um rund 16 Millionen  Euro. Nicht auszuschließen, dass ähnliches in kleinerer Form auch in Österreich bereits passierte.

Im Vergleich zum Thema Geisterspiele fiel in Corona-Zeiten die Entscheidung um die Zukunft von Andi Herzog als Israels Teamchef relativ rasch: Am 8. April präsentierte Sportdirektor Willi Ruttensteiner in diesem Medium seinen Kompromissvorschlag, den Vertrag vorerst bis Jahresende, für das Play-off gegen Schottland in Glasgow und bei Aufstieg gegen den Sieger aus Norwegen gegen Serbien und sowie die  Nations League gegen Schottland, Tschechien und die Slowakei, falls sie im Herbst ausgetragen wird, zu verlängern, dann nochmals zu verhandeln. Es brauchte nur 13 Tage, bis Herzog zustimmte. Jetzt geht es nur noch um ein Detail: Zu wie viel Gehaltsverzicht Ruttensteiner und Herzog bereit  sind.

 

Foto: UEFA.

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