Fußball

Das Konzept der Liga für Training und Geisterspiele

In einer Woche gibt es die nächste Videokonferenz der Bundesliga. Die vom Donnerstag hinterließ doch auch eine gewisse Unsicherheit, wie Salzburgs durchaus positiv eingestellter Geschäftsführer Stephan Reiter  feststellte. Die müsste aber nach Vorstellung von Rapids Vorstand Christian Peschek bis nächsten Freitag beseitigt werden. Sein für den Sport zuständiger Kollege Zoran Barisic sah aber doch Licht am Ende des Tunnels. Auch wenn niemand Markus Kraetschmer von der Austria widersprechen kann, der noch sehr viel Arbeit bis zum erhofften Start Mitte Mai auf die Vereine zukommen sah.

Die Liga war auf der grüne Licht von Vizekanzler Werner Kogler punkto Training in Kleingruppen und in Folge Geisterspiele schon vorbereitet. Wer etwas anderes behauptet, liegt falsch. Alle 28 Klubs bekamen Mittwoch ein von den Vorständen Christian Ebenbauer und  Raphael Landthaler, dem für Sicherheitsfragen zuständigen Alexander Schwärzler, David Reisenauer von der Abteilung Spielbetrieb sowie fünf Ärzten (zwei aus Leipzig) verfasstes Konzept für Trainingsbeginn und Geisterspiele. Das sieht vor dem Trainingsstart ein serologisches  Antikörper-Screening von Spielern und Staff-Mitgliedern vor. Die bereits Antikörper in sich tragen, werden identifiziert, müssen sich nicht wie die anderen in wöchentlichem Rhythmus dem Corona-Test stellen. Betrifft das mehr als 60 Prozent, könnte der Klub früher als geplant mit der Mannschaftstraining beginnen. Eigentlich sollte zunächst zwei Wochen lang in kleinen Gruppen trainiert werden. Spieler mit  Symptomen müssen noch vor Trainingsstart von den anderen getrennt werden, in die häusliche Quarantäne.  Einen Tag vor dem Spieltermin müssen Mannschaften, Betreuer und Schiedsrichter auf aktuelle Infektionen getestet werden.

Trainiert werden soll in drei Gruppen mit jeweils sechs bis acht Spielern. Jede bekommt einen Trainer für dir Arbeit am Rasen, einen Betreuer für organisatorische Erledigungen.  Das Training muss so geplant werden, dass sich die Gruppen im Trainingszentrum nicht begegnen. Bei mehreren Trainingsplätzen kann es zu zeitlichen Überschneidungen kommen, sofern die Kontakte am übrigen Geländer sehr beschränkt sind. Der Cheftrainer und Tormanntrainer können bei jeder Gruppe anwesend sein, müssen aber das Programm aus der nötigen Distanz mit Zurufen leiten. Sollte ein Spieler infiziert werden, bedeutet das einen sofortigen Trainingsstopp für seine Gruppe.

In allen Räumlichkeiten des Trainingszentrum ist das Tragen von Gesichtsmasken wie am Bild oben bei Rapids Kapitän Stephan Schwab Pflicht. Die benützten Geräte und Duschen müssen nach jeder Gruppe desinfiziert werden. Besprechungen darf es nur von daheim via Videokonferenz geben. Bei allen Aus-und Eingängen sowie Toiletten müssen Geräte zur Desinfizierung vorhanden sein. Die Masken von Betreuerteam und Spielern müssen markiert und getrennt aufbewahrt werden, ebenso muss jeder eine eigens markierte Trinkflasche bekommen. Die Türen der Kabinen, sofern sie benützt werden, sollten immer offen stehen, Eine Option wäre auch, dass die Spieler bereits umgezogen zum Training kommen, am Spielfeldrand nur die Schuhe wechseln und nachher sofort nach Hause fahren. Bedeutet: Duschen und Textilreinigung daheim.

Für die Geisterspiele wurden die Anzahl der Personen, die für die Abwicklung notwendig sind, von 193 wie vor der Corona-Pause um 32 auf 161 reduziert. Es gibt Zonen wie Spielfeld-und Kabinenbereich und Tribünen, zwischen denen man sich nicht frei bewegen darf. Die Beteiligten werden in drei verschiedene Gruppen getrennt, für die es eine bestmöglcihe Trennung geben muss. An allen Eingängen muss der Heimverein für die nötige Hygenie, sprich Hände desinfizieren, sorgen. Bei allen ist auch ein kontaktloses Fiebermessen Pflicht, Mit erhöhter  Körpertemerpatur, sprich 37,5 Grad, darf keiner das Stadion betreten.

In den Bereich Spielfeld und Kabinen dürfen pro Mannschaft 18 Spieler und 14 Betreuer und das Schiedsrichterteam (vier Personen). Insgesamt also 68. In den Innenraum dürfen das medizinische Personal (Rotes Kreuz), die Dopingkontrolleure, Greenkeeper, Ordner und „Ballkinder“, die anders als sonst nicht mit den Mannschaften einlaufen werden. Ausserdem sind Vertreter der Veranstaltungbehörde, die Mitarbeiter der TV-Produktion, je ein Fieldreporter von Sky und ORF sowie fünf Fotografen, insgesamt 39 Personen im Innenraum. Die technische Zone und die Betreuerbänke müssen mindestens zwei Meter voneinander getrennt sein, in beiden muss der Sicherheitsabstand beachtet werden. Daher muss neben der Trainerbank noch eine Zusatzbank aufgestellt werden.

54 Personen dürfen auf die Tribüne. Schiedsrichterbeoabchter, je fünf Offizielle der Mannschaften, Ordner, Brandschutz, Exekutive, Erste Hilfe, Stadionsprecher, Medien. Für die schreibende Presse sind nur zehn Plätze vorgesehen. Außerhalb des Stadions  sind 32 Personen mit der Abwicklung der Spiele beschäftigt. Ordner, das Personal der Übertragungswägen der TV-Produktion. Am Rasen interviewen dürfen nur je ein Reporter von Sky und ORF mit dem nötigen Abstand. Die anderen Medien müssen sich mit virtuellen Pressekonferenzen zufrieden geben. Sowohl mit Trainern als auch mit Spielern. Nach jeder Partie muss die Liste der Anwesenden im Stadion der Bundesliga übermittelt werden.

So sieht das Eintauchen in die neue Fußballrealität aus. Wer glaubt, dass sich die Situation über den Sommer großartig ändern wird, der wird damit falsch liegen. Das Corona-Risiko wird weiter zum Alltag gehören. Eine hundertprozentige Sicherheit, eine Infektion zu vermeiden, wird es wie in allen anderen Bereichen auch beim Fußball nicht geben.

Foto: ÖFB.

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