Das letzte herausragende Spiel von Österreichs Fußballteam liegt schon zehn Monate zurück. So gut wie beim 5:1 gegen Norwegen in Linz am 13. Oktober 2024 Ralf Rangnicks Mannschaft danach nicht mehr. Jetzt sind die Norweger mit fünf Siegen ebenso auf WM-Kurs wie die Österreich mit vier. Wobei dem Team von Stale Solbakken mit dem 3:0 gegen Italien ebenso für Aufsehen sorgte wie mit dem 11:1 gegen Moldawien am Dienstag. Österreich gewinnt hingegen glanzlos. Rangnick ist das völlig egal. So weit, dass er sich dafür entschuldigen muss, ist es Gottseidank noch nicht. Aber dennoch änderte auch der erste Sieg in Bosnien nichts am Eindruck, dass frischer Wind in der Offensive notwendig sein wird. Es gibt außer Kapitän David Alaba keinen, der mit links aus der Bewegung präzise und gefährlich flanken kann. Und das sollte sich doch ändern.
Vom Arbeitssieg in Zenica wird immer der Auftritt des Teamchefs am E-Bike in Erinnerung bleiben. Als eine Weltpremiere. Seit Tagen wusste Rangnick, dass es im Stadion Bilino Polje weite Wege gibt, die für sein im Juni operiertes rechtes Sprunggelenk nicht gut sind. Die Lösung war ein E-Bike mit großen schwarzen Reifen, das Teammanager Lennart Coerdt, der während der Klub-WM in den USA war, um im Osten nach geeigneten Quartieren und Trainingsmöglichkeiten für die Endrunde Ausschau zu halten, in Bosnien organisierte. Damit war Rangnick zur Trainerbank unterwegs. Die Bilder davon werden noch oft aus den Archiven geholt werden.
Eine Premiere war auch das sechste Tor von Konrad Laimer in seinem 51. Länderspiel, weil es das erste entscheidende war. Erstmals traf der 28 jährige im Teamdress vor sechs Jahren beim 6:0 gegen Lettland in seiner Heimatstadt Salzburg. Damals erzielte er das 5:0. Beim 2:0-Auswärtssieg gegen die Färöer-Inseln gelang ihm der Führungstreffer. Bei der 2:3-Heimniederlage gegen Belgien im Oktober 2:3 sorgte er für den Anschlusstreffer zum 1:3. Einen Monat später brachte er Österreich beim 2:0 gegen Lettland in Führung. Beim 1:1 in Slowenien im ersten Spiel nach der Europameisterschaft 2024 verhinderte sein Ausgleich die Niederlage. Dienstag war ihm sein erstes Siegestor für Österreich vergönnt. Mit links traf er zum zweiten Mal nach dem Tor in Estland. Wie groß die Erleichterung bei allen war, merkte man an den Jubelgesängen aus der Kabine, Rainhard Fendrichs „I am from Austria“ war nicht zu überhören.
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