Die vagen Hoffnungen, mit den Fans im Rücken als Aufsteiger der zweiten Liga vielleicht sogar den Durchmarsch in die Bundesliga zu schaffen, sind nach zehn Runden schon nicht mehr existent. Platz sieben mit elf Punkten Rückstand auf das Spitzenduo blieb schon unter den Erwartungen von Wacker Innsbruck, den Kooperationsklubs der Los Angeles FC. Das alles könnte zumindest vorübergehend vergessen sein, wenn es gelingt, am Mittwoch das Tiroler Cupyderby am Innsbrucker Tivoli gegen den Siebenten der Bundesliga, WSG Tirol, zu gewinnen. Was eine Überraschung wäre. Stefan Köck,der Sportchef der „Auswärtsmannschaft“ aus Wattens, gab sich keinen Illusionen hin: „Das wird ein Heimspiel für Wacker Innsbruck.“ Obwohl es WSG Tirol gelang, den auf 3000 Fans erweiterten Gästesektor auf der Südtribüne fast zu füllen.
„Die Nachfrage für Karten war bei unseren Fans für das Traditionsduell gegen Austria Salzburg größer als für den Cup“, gestand Köcks „Wacker-Kollege“ Jakob Griesebener, „da hätten wir 30.000 Karten verkaufen können“. Die Enttäuschung über die 0:1-Niederlage war groß. Letzten Samstag verlor der Traditionsklub mit dem gleichen Ergebnis in der Südstadt gegen die Admira. Dennoch hofft man wieder auf 16.000 Zuschauer. Vor einem Jahr war das Tivoli bei der 0:1-Erstrunden-Niederlage gegen Rapid total voll. Mittwoch wird die Stimmung ähnlich sein. Aber anders als das Zweitligaduell gegen die Salzburger wertet die Polizei das Tiroler Aufeinandertreffen nicht als Hochrisikospiel. Damals war es auch zu Ausschreitungen und Festnahmen, die vor allem die Waker-Fans betrafen, gekommen.
Vor einem Jahr hatte WSG Tirol beim Gastspiel von Real Madrid eine ausverkaufte Kulisse am Tivoli. In heimischen Pflichtspielen waren es 6000 Zuschauer im Play-off-Finale gegen Rapid. Vor so vielen Zuschauern wie gegen Wacker Innsbruck spielte WSG Tirol gegen einen österreichischen Gegner am Tivoli aber noch nie. So wird es eine Premiere für die Werkself, bei der noch nicht sicher ist, wie viele Spiele sie als „Heimmannschaft“ am Tivoli noch vor der Rückkehr nach Wattens bestreiten wird. Der neue Rasen im Gernot-Langes-Stadion in Wattens ist bereits verlegt, die Rasenheizung installiert. Es geht jetzt um die auf Initiative des Wattener Bürgermeisters (!) abgelehnte Ausfallshaftung der Gemeinde für die zweite Baustufe in Höhe von einer Million Euro. „Wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen“, stellte Köck außer Diskussion. Die „Hoffnungen“ des Bürgermeisters, dass WSG Tirol im achten Jahr der Liga-Zugehörigkeit nicht den Klassenerhalt schafft und damit kein bundesligataugliches Stadion braucht, werden sich wohl nicht erfüllen. Das kann man nach zehn Runden schon prophezeien. Das Einzige, was passieren kann: Dass die erste Bundesligapartie im adaptierten Gernot-Langes Stadion nicht wie ursprünglich geplant am 24. Jänner, dem Hahnenkamm-Wochenende, gegen den LASK über die Bühne gehen wird, sondern erst im Frühjahr.
Foto: Wacker Innsbruck.