Fußball

David Alaba hat gegen Luka Modric noch nie gewonnen

David Alaba konnte Samstag das komplette Training von Österreichs Team problemlos absolvieren, klagte nachher nicht über Rückenbeschwerden. Sieht also ganz danach aus, als sollten Sonntag Abend zwei der Topstars von Real Madrid, Alaba und Luka Modric, hinter dem portugiesischen Schiedsrichter Artur Dias als Kapitäne die Teams von Österreich und Kroatien auf den Rasen des Happel-Stadion führen. Außer Alaba lässt seinem Freund Marko Arnautovic in seinem Rekordspiel, dem 104. Einsatz für Österreich, den Vortritt. Für Modric, der am 9. September 37 Jahre alt wurde, wird es das 154. Spiel für Kroatien, für den sieben Jahre jüngeren Alaba das 95. für Österreich. Es wäre das erste Duell zwischen Alaba und Modric im Teamdress, für das Samstag 42.000 Karten verkauft waren. Allerdings werden sicher mindestens 20.000 kroatische Fans ihre Mannschaft im Happel-Stadion pushen.  Bei Österreichs 3:0 in Osijek wurde Alaba wenige Tage nach dem Triumph mit Modric im Pariser Champions League-Finale gegen FC Liverpool nicht eingesetzt, kam Modric erst nach 58 Minuten, als das Match für die Kroaten schon verloren war.

Bisher trafen Alaba und Modric nur in sechs Spielen der Champions League aufeinander, in der Alaba mit Bayern München keines gegen Modric und Real gewinnen konnte. Im Semifinale 2014 siegte Real 1:0 und 4:0, im Viertelfinale 2017 2:1 und 4:2 nach Verlängerung, ein Jahr später im Kampf um den Einzug ins Endspiel gewann Real in München 2:1, reichte ein 2:2 im Bernabeu-Stadion. Seit einem Jahr spielen Alaba und Modric zusammen, vor dreieinhalb Monaten standen sie nach dem Triumph in der Champions League nebeneinander am Bus, der die Real-Helden zum Jubelzug durch die Stadt fuhr (Bild oben). Gemeinsam haben Alaba und Modric bisher vier Titel gewonnen. Gesamt brachte es Alaba auf 30, Modric auf 28. Aber er hat dem seinem Freund aus Wien doch einiges vor. Fünfmal die Champions League gewonnen, zweimal mehr als Alaba. Viermal für die Weltmeisterschaft qualifiziert, Alaba hingegen noch nie. Dreimal bei der Europameisterschaft vertreten, Alaba nur zweimal. 2018 wurde Modric sowohl zum Weltfußballer als auch zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, bekam den goldenen Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft

Auch Alaba zählt zu den Bewunderern von Modric, weil er in diesem Alter konstant Topleistungen bringt: „Ich frage ihn fast jeden Tag, wie das möglich ist. Nicht nur in den Spielen, sondern auch im Training. Er ist als Denker und Lenker vorne und hinten immer präsent, verliert nie die Ruhe und Übersicht. Das gelingt ihm schon seit mehr als einem Jahrzehnt!“ Vom kroatischen Oldie hört man auch nur Lob für Alaba: „Eine große Persönlichkeit mit feinem Benehmen, wir unternehmen auch privat viel miteinander!“ Alaba gegen Modric ist ein Real Madrid-Duell, es könnte auch zu einem von Rangnicks Ex-Klub Hoffenheim kommen. Zwischen Christoph Baumgartner und Andrej Kramaric. Bei Hoffenheim erzielte Kramaric schon einige Tore nach Baumgartners Assist.

Bis auf Torhüter Dominik Livakovic und Innenverteidiger Josip Sutalo von Red Bull Salzburgs nächsten Champions League-Gegner Dinamo Zagreb beginnen bei Kroatien nur Legionäre. In der Abwehr aus der Bundesliga Innenverteidiger Josko Gvardiol (RB Leipzig) und Linksverteidiger Borna Sosa (VfB Stuttgart), im Mittelfeld aus England (der in Linz aufgewachsene Matteo Kovacic von Chelsea) und Italien (Marcelo Brozovic von Inter Mailand), im Angriff aus der Premier League (Ivan Perisic von Tottenham) und Italien (Mario Pasalic/Atalanta). Die Offensivalternative kommt aus Frankreichs League 1: Der „schwarze Zorro“ Lovro Majer von Stade Rennes, Siegestorschütze gegen Dänemark.

 

Foto: Real Madrid.

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