Fußball

Der Aufsichtsrat macht dem Liga-Vorstand das Leben noch schwerer

Mitte März schien es, als könnt das Virus Covid 19 und seine Folgen die Bundesliga vereinen. Doch schon Anfang April war es mit er Corona-Einigkeit vorbei, als LASK-Präsident Siegmund Gruber, der seit drei Jahren zum Aufsichtsrat der Liga gehört, eine Offensive für den Abbruch der Liga startete. Eine Lösung wie in Holland nach dem Abbruch am letzten Freitag vom Verband getroffen hat er wahrscheinlich jetzt im Hinterkopf: Tabellenführer Ajax Amsterdam, nur dank der besseren Tordifferenz vor Alkmaar an der Spitze, wird für die Champions League genannt. In Österreich würde das nur für die Qualifikation gelten, da zum Unterschied von 2019 der Meister keinen fixen Startplatz in der Gruppenphase der Königsklasse hat. Aber trotzdem würde die Qualifikation Millionen ringen.

Es macht kein gutes Bild in der Öffentlichkeit: Ligavorstand Christian Ebenbauer „kämpft“ bei Gesundheits-und Sportministerium für die Fortsetzung mit Geisterspielen, im Aufsichtsrat gibt´s aber Stimmen dagegen. Grubeer fand Mitstreiter in WSG Swarovski Tirol-Präsidentin Diana Langes und den Vorsitzenden Philip Thonhauser (Bild oben). Der gar nicht im Land ist, sondern aus beruflichen Gründen in New York festsitzt, nicht zurück kann, Unter den Bundesligavertretern im Ausichtsrat heißt es 3:2 für den Abbruch, gegen den Volker Viechtbauer von Meister Salzburg und Sturm Graz-Boss Christian Jauk sind. Diese Konstellation macht Ebenbauer zweifelsohne das Leben zwischen den zahlreichen Vidokonferenzen und Besprechungen noch schwerer.

Die war mit ein Grund, warum es Freitag beim Ligagipfel den Antrag gab, den Aufsichtsrat zu Corona-Zeiten um je einen Verteter von Rapid und Austria zu erweitern. Der keine beschlussfähige Mehrheit fand. Worauf Thonhauser aus New York wetterte, es gehe den Wiener Großklubs nur um ihre Machterweiterung, er sehe sich hingegen als Vertrete der Kleinen. Was den Admira-Präsidenten, dessen Entscheidungsgewalt bei seinem Klub sich höflich ausgedrückt ohnehin in Grenzen hält, als Chef des Aufsichtsrats problematisch macht: Denn eigentlich müsste er für alle da sein.

Im Aufsichtsrat waren Austria und Rapid bis 2018. Die Austria mit ihrem AG-Vorstand Markus Kraetschmer sogar als Vizepräsident und einer der Vertreter der Liga im Präsidium des ÖFB, Rapid mit seinem damaligen Präsidenten Michael Krammer. Kraetschmer zog sich auf Anraten der violetten Gremien zurück, um in der Situation nach dem Neubau der Generali-Arena sich total auf Austria zu konzentrieren. Krammer wurde von den Bundesligaklubs nicht mehr gewählt, damit abgesetzt. Der Grund: Rapid hatte als Klub mit den größten Zuschauerzahlen und den besten TV-Einschaltquoten eine Neuverteilung der TV-Gelder zu seinen Gunsten durchgesetzt.  Chef der Aufsichtsrats war damals Gerhard Stocker, Präsident von Wacker Innsbruck. Nach dem Abstieg der Tiroler aus der Bundesliga wechselte der Vorsitz im Aufsichtsrat zu Thonhauser. Der prompt mit Gruber für eine anderen Verteilung der Sky-Gelder beantragte.

In Deutschland gibt jedenfalls Querschüsse aus der Politik gegen Geisterspiele, aber nicht aus dem Aufsichtsrat der Liga. Über die musste sich der souveräne Liga-Geschäftsführer Christian Seifert nicht den Kopf zerbrechen. Er wusste alle Klubs hinter sich, als er im Kanzleramt und mit Ministerpräsidenten verhandelte, Test-Kapazitäten organisierte, Ebenbauer wird sich auch  bei der nächsten Bundesligatagung am 7.Mai auf die derzeit aktuelle Allianz zwischen Red Bull Salzburg, Rapid, Wolfsberg, Sturm Graz, Hartberg, Austria und Altach stützen müssen, damit die Bundesliga nicht ein Kollateralschaden dieser Corona-Krise wird.

 

 

Foto: Sky Sport Austria.

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