Fußball

Der beste „Unbekannte“ ist heiß begehrt: Kevin Stöger

Vor der Corona-Pause bezeichnete ihn der  „Spiegel“ als besten Unbekannten der deutschen Bundesliga. Gemeint st der 26 jährige gebürtige Steyrer Kevin Stöger, der 2009 mit 16 Jahren von der Akademie Oberösterreich in den Nachwuchs des VfB Stuttgart gewechselt war. Dort gelang ihm zwar nicht der Sprung zum Stammspieler, aus der Zeit blieben ihm aber vor allem seine Lebenspartnerin Aline, die Tochter des Stuttgart-Teammanagers Günther Schäfer und sein Berater, der ehemalige deutsche Abwehrkoloss Karl Heinz Förster, Europameister von 1980 und Vizeweltmeister von 1982.  2013 begann der  fünfjähriger Marsch des Mittelfeldspielers durch die zweite Liga: Von Kaiserslautern, wo Österreichs jetziger Teamchef Franco Foda sein Trainer war, über Paderborn nach Bochum. Von dort holte ihn Fortuna Düsseldorf nach dem Aufstieg 2018 in die erste Liga.  Nach einer Anlaufzeit wurde er einer der Eckpfeiler einer starken Saison, die auf Rang zehn endete. Für einen Aufsteiger überragend. Stögers Pech dabei: In der vorletzten Minute des letzten Saisonspiels riss das Kreuzband im rechten Knie. Und damit platzte der Transfer nach Italien. AS Roma war bereit, die vier Millionen Euro, um die der Linksfuß aus dem Vertrag aussteigen hätte können, zu zahlen. Aber nur bis das Kreuzband riss. Sonst wäre Stöger bei Roma der erste Österreicher seit 20 Jahren, seit Michael Konsel geworden.

Nach sieben Monaten Pause startete er im Frühjahr voll durch. Da stellten sich schon wieder Lobeshymnen ein. Wie Mittelfeldgenie, Dreh-und Angelpunkt usw. Der Unbekannte, der im zentralen Mittelfeld alle Positionen spielen kann, egal ob defensiv oder offensiv, ist heiß begehrt. Sein Vertrag läuft aus, er ist ohne Ablöse zu haben. Das macht ihn zu Corona-Zeiten noch interessanter. Die Fortuna lockt mit dem doppelten Gehalt. Das bedeutet noch immer keine Wahnsinnssumme, weil er beim Wechsel aus der zweiten Liga nur einen „Schmalspurvertrag“ erhielt. Stöger und Förster lehnen derzeit noch alle Angebot ab. Vielleicht auch, weil sie abwarten wollen, ob die Fortuna, derzeit auf Rang 16 und damit am Relegationsplatz, den Klassenerhalt schafft. Anfragen gibt es einige. Unter anderem von Hannover 96, derzeit Neunter der zweiten Liga. Stögers Erinnerungen an Hannover sind aber die schlechtesten: Dort passierte das Malheur mit dem Kreuzbandriss.

Der neue Sportchef Hannovers ist auch Österreicher, arbeitet derzeit aus dem Homeoffice bei seiner Familie im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel. Der 44 jährige Wolfsberger Gerhard Zuber hat in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Entwicklung bei Hannover hinter sich: Bis April 2019 war er unter Sportchef Horst Heldt wie zuvor bei Schalke dessen rechte Hand. Als Held gehen musste, wollte Präsident Martin Kind auch Zuber los werden. Es kam zu keiner Einigung, also beschnitt Kind Zubers Kompetenzen total. Der Kärntner ging zum Arbeitsgericht, bekam recht, wurde daraufhin von Kind im Februar zum neuen Sportchef ernannt. Der nächste Saison Hannover gemeinsam mit Trainer Kenan Kocak zurück in die Bundesliga bringen soll. Um das zu schaffen, wollen sie Stöger engagieren. Zuber und er wohnen derzeit ohnehin in der gleichen Stadt.

Hannovers Angebot  ist deutlich lukrativer als das von Fortuna. Aber Stöger geht es nicht nur um die Finanzen, sondern auch um die sportliche Perspektive. Sein Traum ist die Champions League, nicht die Rückkehr in die zweite Liga. Stöger ist davon überzeugt, mit fortgesetzter harter Arbeit diesen Traum verwirklichen zu können: „Ich bin mir sicher, dass ich eines Tages in der Champions League spielen werde. Ich weiß nur nicht, wann.“ Mit 26 hat er seine beste Zeit noch vor sich.

Foto: © Fortuna Düsseldorf 95 Media.

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