Fußball

Der Corona-Friede in der Bundesliga ist vorbei!

In Deutschland hörte man aus der Politik keine Proteste gegen den Plan der Bundesliga,und ihres Chef Christian Seifert, am 8. Mai mit Geisterspielen zu beginnen. In Holland untersagte Premier Mark Rutten im Banne der hohen Zahl der täglichen neuen Toten (zwischen 100 und 150) dezidiert, vor Anfang Juni ohne Zuschauer zu spielen. Auch bei Österreichs für den Sport zuständigen Vizekanzler Werner Kogler hörte sich das am Mittwoch ähnlich an. Einen Normalbetrieb in den Stadien schloss er für Mai aus. Aber davon redete ohnehin keiner. Und auch bei Geisterspielen zeigte er Vorbehalte. Wenn die aber beim westlichen Nachbar möglich sein sollten, warum dann nicht in Österreich? So groß sind die Unterschiede zwischen beiden Ländern in Sachen Corona-Lage derzeit auch wieder nicht.

Auf jeden Fall steigt die Nervosität bei den Bundesligaklubs. Auch wenn die Rapid-Ultras mit ihrem Transparent, wonach es Rapid immer geben wird, egal was im Leben kommt, Optimismus verbreiten, man von Präsident Martin Bruckner ähnliches hört und liest, die Realität sah etwas anders aus. Wegen der  in den Raum gestellten Frage, ob bei einem möglichen Abbruch der Saison zur Vorgabe des Meistertitels und der Vergabe der Startplätze für die Europa League der Tabellenstand nach 22 Runden gewertet werde oder die Platzierung der letzten Saison, wie es Wolfsberg-Präsident Dietmar Riegler in Erinnerung haben wollte. Also rückte Rapids Geschäftsführer Christoph Peschak via Facebook aus, um festzustellen, dass Rapid dem in einer Abstimmung der Bundesliga nie zustimmen werde. Wofür man Verständnis haben muss. Aber die öffentliche Debatte diente wohl in erster Linie zur Positionierung vor den eigenen Fans. Peschek hätte nämlich genau wissen müssen, das es weder einen Beschluss noch einen Antrag für den Fall der Fälle gab. Also war die ganze Diskussion eigentlich entbehrlich oder unangebracht.

Jedenfalls entstand dadurch Unruhe, sahen sich der ÖFB und die Liga genötigt, in einer gleichlautenden Erklärung Dienstag Abend die Dinge  klar zu stellen: Es gebe europaweit keine Richtlinien, wie die Situation bei Abbruch der Saison zu handhaben wäre. Und falls es zu einem Beschluss kommen müsste oder sollte, dann sei das zuständige und beschlussfassende Gremium nicht die Konferenz der Ligaklubs, sondern das Präsidium des ÖFB. Aber es bleibt ja das vorrangige Ziel, die Saison fertig zuspielen. Obwohl man bei Kogler fast den Eindruck haben muss, dass ihm der Abbruch besser passen würde.

Von dem Szenario war Mittwoch bei der Videokonferenz der UEFA mit den 55 Verbänden keine Rede. Im Gegenteil, es wurden neue Termine geschaffen, um die nationalen Meisterschaften fertig spielen zu können. Die für Anfang Juni angesetzte Länderspiele und Partien des Play-offs um die vier letzten EM-Tickets wurden verschoben, einen neuen Termin gibt es nicht. Davon betroffen sind Österreichs Spiele gegen England am 2. Juni im Happel-Stadion, womit dem ÖFB eine ansehnliche Einnahme entgeht, und fünf Tage später in Prag gegen Tschechien. Israels Sportdirektor und Teamchef aus Österreich, Willi Ruttensteiner und Andi Herzog, wissen daher bis auf weiteres nicht, wann sie gegen Schottland im Hampden-Park von Glasgow um die letzte Chance auf die Qualifikation zur EM kämpfen werden. Champions und Europa League sollen nach den aktuellsten Plänen erst im Juli fortgesetzt und im August beendet werden. Der LASK darf zwar auf kein Wunder gegen  Manchester United, aber noch auf das Erlebnis seines ersten Spiels in Old Trafford. dem „Theater of dreams“, hoffen.

Foto: SK Rapid.

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