Sieben Jahre lang ist Philipp Lienhart, die Verlässlichkeit in Person, schon beim SC Freiburg. Nach den Plätzen 13, acht, zweimal zehn, Rang fünf als Highlight in der Saison 2022/23 und nochmals zehn, kann der 17. Mai zum historischen Datum werden: Wenn sich Freiburg mit Lienhart erstmals in der Vereinsgeschichte für die Champions League qualifiziert. Und das im Jahr eins nach Kulttrainer Christian Streich mit seinem Nachfolger Julian Schuster. Mt ihm spielte Lienhart noch zusammen, als der Innenverteidiger 2018 von Real Madrids zweiter Mannschaft Castilla nach Freiburg kam. Schuster übernahm von Streich das Handyverbot in der Kabine. Mit einem Heimsieg gegen den Dritten Eintracht Frankfurt wäre Samstag das gelungen, was zu Saisonbeginn überhaupt kein Thema war. Und wenn´s nicht so kommt, dann sind auch alle zufrieden, weil die zweite Qualifikation für die Europa League steht bereits fest. Auch die konnte, ehrlich gesagt, keiner erwarten. Aber man weiß um den Ehrgeiz des 28 jährigen Lienhart, der nur zwei Spiele wegen eines grippalen Infekts verpasste, mit einer Ausnahme immer in der Startelf stand, auch für Österreichs Teamchef Ralf Rangnick ein fester Wert ist. Der 30 fache Teamspieler will und hat nichts zu verschenken. Es geht um den vorerst größten Erfolg seiner Karriere.
Hätte Freiburg letzten Sonntag nicht in der 91. Minute gegen den entthronten Meister Leverkusen unglücklich den Ausgleich durch ein „Schultertor“ kassiert, würde Samstag schon ein Unentschieden genügen, um Vierter zu bleiben. Aber es muss ein Sieg her, weil damit zu rechnen ist, dass Verfolger Borussia Dortmund mit Marcel Sabitzer daheim gegen Absteiger Holstein Kiel drei Punkte holt. Mit einem Sieg würde Freiburg sogar als Dritter die Saison beenden, die beste Platzierung, die es bei Freiburg jemals gab. „Wir werden uns nicht aus der Reserve locken lasen“, kündigte Lienhart an. Geduld, Disziplin und Vertrauen in die eigenen Stärken gehören zu den Tugenden des Außenseiters, der deshalb einige knappe Siege durch späte Tore feierte, zuletzt nach Rückschlägen, wie Heimniederlagen gegen Union Berlin und Dortmund, wieder aufstand. In
Bemerkenswert, dass Freiburg ohne „Knipser“ bis auf Platz vier kam. Der beste Torschütze, der Japaner Ritsu Doan, liegt mit neun Treffern nur auf Platz 19 der Schützenliste. Achtmal scorte der italienische Teamspieler Vincenzo Grifo. Somit sorgten er und Doan für ein Drittel der Freiburger Tore. Wenig lief in der Rückrunde für die österreichischen Stürmer: Michael Gregoritsch begann nur zweimal in der Startelf, wurden siebenmal eingewechselt, erzielte nur ein Tor. Junior Adamu keines, obwohl er achtmal zu den ersten elf gehörte, viermal als Joker kam.
Foto: SC Freiburg.