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Der ÖFB fährt ab Jänner mit VW

Vergangenen Freitag wäre Max Merkel 100 Jahre alt geworden. „Bild“ erinnerte in Deutschland mit einer ganzen Seite an seinen ehemaligen Kolumnisten, den legendären Meistertrainer von 1860 München, des 1.FC Nürnberg und von Atletico Madrid mit einer ganzen Seite. Da durften die besten und giftigsten Sprüche des Lästermauls aus Wien mit Rapid-Vergangenheit nicht fehlen. Etwa über den ehemaligen Mitspieler Ernst Happel,mit dem ihn eine Hass-Liebe verband: „Happel sieht aus wie Beethoven in der Endphase.“ Danach sprachen sie nie mehr ein Wort miteinander.

Ein Spruch mit Österreich-Bezug fehlte in der Sammlung: „Beim ÖFB funktioniert nichts außer der Mittagspause“ kritisierte einmal Merkel. Sein ÖFB-Kapitel als Sportdirektor rund um die WM 1978 war ja nicht gerade ruhmreich. 40 Jahre später ist der Fußballbund darum bemüht, dass in vier Monaten am 21. März 2019 das Wiener Happel-Stadion zum Auftakt der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 gegen Gruppenfavorit Polen voll wird. Und zwar vorwiegend mit österreichischen Fans. Damit es nicht daheim wieder ein gefühltes Auswärtsspiel wie gegen Bosnien gibt. Oder sich der Besuch in Grenzen hält wie beim 1:0 gegen Nordirland mit knapp über 22.000 Zuschauern.

Es gilt die Devise „Komm zum Team“. Die Mitglieder des Fanklubs „Immer wieder Österreich“ wurden letzte Woche  über eine Reform informiert, die den Arbeitstitel mehr Leistungen für weniger Geld bekam. Statt mehreren Mitgliedschaften, die bisher zur Auswahl standen, gibt es künftig nur noch eine. Mit der man vier Karten für jedes der fünf Heimspiele 2019 bekommt. Mit einem Rabatt von zehn Prozent. Abwarten, wie positiv sich das auswirken wird.

Noch etwas Neues gibt es im nächsten Jahr: Der ÖFB fährt künftig VW. Die Autopartnerschaft mit Hyundai endete nach 19 Jahren. Die außer  „Dienstwagen“ auch bares Geld gebracht hatte. Damit erreichte ein internationaler Trend auch Wien. Denn VW bremste beim DFB und damit auch beim deutschen Nationalteam Mercedes als Autosponsor aus. Ebenso bei der UEFA als „Mobilitätspartner“, wie es offiziell heißt.  Unter anderem für die Europameisterschaft 2020. Eine neue p.r.-Offensive des größten Autobauers der Welt inmitten der noch nicht ausgestandenen Folgen des Abgasskandals. Somit werden Teamchef Franco Foda und seine Assistenten Imre Szabics und Thomas Kristl künftig statt auf Hyundai in einer der VW-Marken unterwegs sein, wenn sie in Österreich Spiele beobachten oder andere Termine haben. Anfang Jänner ist der große Autowechsel. Wie das wohl Hans Krankl kommentiert hätte, wäre er noch Teamchef? In seiner Ära hatte sich Mercedes-Besitzer Krankl anfangs mit den „Pflichtfahrten“ im Hyundai gar nicht anfreunden können. Seine Frage „was soll ich mit der koreanischen Reisschüssel“ hatte zwar rasch Kultstatus erreicht, aber im ÖFB keinen Anklang gefunden.

 

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