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Der Rückzug von Querdenker Marko: „Es passte nicht mehr!““

Seit neun Jahren arbeitete er durchaus erfolgreich als Nachwuchsteamchef. Dienstag gab der ÖFB eine Stunde vor Anpfiff des Champions League-Spiels von Red Bull Salzburg in Moskau die Trennung von Rupert Marko bekannt. Für so große Schlagzeilen wie 1988 sein Debüt in Österreichs Teamdress mit drei Toren beim unerwartet klaren 4:0 über Ungarn im Budapester Nep-Stadion sorgte das zwar nicht. Aber zu hinterfragen wäre einiges. Der 57 jährige Marko, der als Spieler bei Swarovski Tirol auch Ernst Happels Methoden kennengelernt hatte, war auch Gesamleiter der Akademien.

Als Trainer haben den Steirer die sechs Jahre als Assistent des legendären Ivica Osim bei Sturm Graz geprägt. Zuletzt war Marko für Österreichs U 19 zuständig, die noch im Rennen um das Tickt für die EM-Endrunde in Nordirland war, ehe Corona alles stoppte und zur Absage führte. 2016 war er mit der U 19 bei der Europameisterschaft in Deutschland, schaffte dabei jeweils in 1:1 gegen Italien und Portugal, ehe ein 0:3 gegen Deutschland die Endstation bedeutete. Zwei  aus dieser Mannschaft sind inzwischen Legionäre, Xaver Schlager in Wolfsburg und Stefan Posch bei Hoffenheim. Einer war schon bei Ajax Amsterdam und dem FC Sevilla, spielt jetzt bei Salzburg (Max Wöber), einer ist aktuell die Nummer eins bei Rapid (Paul Gartler), ein anderer Verteidiger bei Sturm Graz (Sandro Ingolitsch).

Die direkte Art von Marko, der nichts davon hält, um den heißen Brei herumzureden, kam bei einigen gut an. Aber mit dem Hinweis auf die Erfolge machte ihm ÖFB-Sportchef Peter Schöttel anfangs die Mauer. Jetzt offenbar nicht mehr. „Wenn etwas nicht mehr passt, dann muss man eben die Konsequenzen ziehen“, ließ Marko keinen Zweifel daran, dass es nicht mehr passte. Offenbar auch nicht mehr mit Schöttel. Marko, der als Querdenker gilt,  sieht die Hauptaufgabe eines Trainers, auch im Nachwuchsbereich, in erster Linie darin, die Spieler besser zu machen. Offenbar eckte Marko damit an. Aber wenn das die veralterten Methoden sein sollten, die man jetzt Marko hinter vorgehaltener Hand nachsagt, dann stimmt irgendetwas in der  Ausbildung beim ÖFB nicht mehr. Dann bräuchte es mehrere Querdenker wie Marko. Schöttel gab sich bis zum Jahresende Zeit, um Markos Nachfolger  zu bestimmen. Die „Kleine Zeitung“ nannte als heißesten Kandidaten Ex-Sturm-Sportchef Günter Kreissl. Der mit Schöttel eine gemeinsame Vergangenheit beim SC Wr. Neustadt hat. Kreissl war in Schöttels Ära als Sportchef und Trainer für die  Torhüter zuständig.

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