Fußball

Der schwarze Abend von Salzburg: „Eine wichtige Lektion“

Kein Sieg für Bayern München und Red Bull Salzburg vier Tage vor ihrem zweiten Duell in der Champions League. Für Bayern reichte es in der Allianz-Arena nur zu einem 1:1 (0:1) gegen Werder Bremen, bei dem David Alaba ab der 20. Minute wegen einer Verletzung von Frankreichs Weltmeister Lucas Hernandez linker Verteidiger spielte. Für Salzburg setzte es mit dem 1:3 (0:0) gegen Sturm Graz hingegen die erste Niederlage dieser Saison, die erste nach 14 Siegen und drei Unentschieden seit dem Re-Start der Bundesliga im Juni, die erste seit dem 2:3 in Altach am 2. März, die erste im eigenen Stadion seit dem Valentinstag am 14. Februar (2:3 gegen LASK). Gegen Sturm verloren die Salzburger davor keines der letzten elf direkten Duelle, erzielen im Juni in der Meisterrunde bei jedem der zwei Siege jeweils fünf Tore.

Woran lag der schwarze Salzburger Abend? Nachwirkungen der  Länderspielreisen? Zwölf „Bullen“ waren unterwegs, von Sturm nur einer. Oder lag es an der  Aufstellung? Salzburgs Trainer Jesse Marsch dachte schon an Mittwoch. Zlatko Junuzovic und Masaya Okugawa fehlten wegen muskulärer Probleme im Kader. Kapitän Andreas Ulmer, Max Wöber, Mohamed Camara und Sekou Koita saßen auf der Bank. So begann der 4,5 Millionen-Kauf Omar Solet zum zweiten Mal im Abwehrzentrum, feierte der 19 jährige Nicolas Seiwald im zentralen Mittelfeld sein Bundesligadebüt. Ist Salzburgs Kader doch nicht so ausgeglichen besetzt wie man es gerne hätte? Das mag alles eine Rolle gespielt haben. Aber Marsch nannte den entscheidenden Grund, warum er nicht wie bisher mit weniger Ausnahmen auch nach Niederlagen stolz auf die Mannschaft war, sondern von ihr enttäuscht: „Es hätte viel mehr von ihr kommen müssen. Wir waren nicht bereit zu kämpfen, nicht aggressiv genug in die Zweikämpfe zu gehen! Sturm zeigte mehr Willen, das war eine wichtige Lektion.“ Tormann Cican Stankovic meinte sarkastisch, Sturm habe eigentlich so gespielt wie es Salzburg plante: „Wir waren sehr peinlich!“ Besonders kurz nach der Pause.

Zwischen der 48. und 59. Minute gelangen den mutigen Grazern, die unter Christian Ilzer auswärts noch unbesiegt sind, die drei Tore zu einem „richtig großartigen Sieg“, wie der glückliche Trainer das 3:1 nachher bezeichnete. In der ersten Hälfte ließ Sturm mit seinem Pressing Salzburg nicht Fahrt aufnehmen, deckte so auch Defizite in Sachen Kreativität auf. Und noch größere Probleme in der Defensivarbeit, die man nicht zum ersten Mal sah. Der Plan, extrem hoch zu verteidigen, wurde erstmals auch in der Bundesliga zum Schuss ins eigene Knie. Auch Routinier Andre Ramalho und Solet, der beim 0:1 gegen den Torschützen Ivan Ljubic zu spät kam, wirkten im Zentrum gut.

Nach dem 0:2 von Jakob Jantscher schickte Marsch Ulmer, Camara und Koita auf den Rasen. Aber kurz darauf fiel das 0:3, erneut durch Jantscher. Nach ähnlicher Masche: Beim zweiten Tor kam Kapitän Stefan Hierländer rechts durch, beim dritten Verteidiger Sandro Ingolitsch. Jantscher, von 2010 bis 2012 in Salzburg und einmal Doublegewinner, verwertete die Flanken mit rechts perfekt. damit erzielte er in sechs Minuten doppelt so viele Tore wie in den 510 Bundesligaminuten, die er in dieser Saison zuvor spielte: „Vielleicht, waren wir auch mental etwas frischer. Das ist immer wichtig.“

Salzburgs Reaktion? Nur ein spektakulärer Treffer von Mergim Berisha knapp vor  Schluss. Der temperamentvolle Marsch ließ sich nicht zu einer ähnlicher Aktion zu Frustabbau hinreißen wie in Hartberg LASK-Trainer Dominik Thalhammer zum Tritt gegen die Kabinentür wegen der vielen vergebenen Chancen beim 1:1 (1:0). So blieb der einzige rot-weiß-rote Europacupteilnehmer, der Samstag gewann, Wolfsberg mit dem 2:0 (0:0) in Altach. Für Trainer Ferdinand Feldhofer ein willkommener Schritt in Richtung Normalität nach dem Corona-Chaos.

 

 

 

 

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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