Das letzte Spiel des Jahres in Englands Premier League brachte sozusagen einen Silvesterknaller: Tabellenführer Arsenal nützte Samstagabend die Chance, die sich durch das überraschende 1:1 (1:0) von Manchester City im Etihad-Stadium gegen Everton am Nachmittag bot, baute durch ein 4:2 (2:0) bei Brighton/Hove den Vorsprung auf den Meister und Titelverteidiger auf sieben Punkte aus. Der 14. Sieg in 16 Runden. Beeindruckend. Auch wenn noch 22 zu spielen sind, die Möglichkeit, dass Arsenal erstmals seit 2004 Meister wird, Mikel Arteta im spanischen Trainerduell seinem „Lehrmeister“ Pep Guardiola, bei dem er drei Jahre Assistent war, das Nachsehen gibt, wurde größer. Arsenals Startelf in Brighton hatte ein Durchschnittsalter von nur 24,4 Jahren, der älteste war der Schweizer Teamkapitän Granit Xhaka mit 30 Jahren.
Derzeit gibt es auch eine „verkehrte“ Norweger-Rangliste: in England: Alles schwärmt von Ex-Salzburg-Torjäger Erling Haaland, der Manchester City bei dem Selbstfaller gegen Everton mit seinem 21. Saisontor in Führung brachte. Aus seinem Blick beim Schlusspfiff sprach der Frust. Landsmann Martin Ödegaard, der 24 jährige Kapitän von Arsenal, hatte danach die perfekte Antwort: Tor zur 2:0-Führung, Traumpass zu Gabriel Martinelli, der zum vierten Arsenal-Treffer durch den 21 jährigen Brasilianer führte. Damit war Ödegaard „man of the match“. Ödegaard ist derzeit der beste Norweger in der Premier League. Wie das der Ex-Rapidler Jan Age Fjörtoft in seinen Kommentaren für den norwegischen Streaming-Dienst „Viaplay“ erklären wird? Er gehört eigentlich zum Lager von Haaland, mit dessen Vater er in Norwegens Nationalteam spielte.
Arsenal empfängt Dienstag im Emirates Stadium den Dritten Newcastle, der Samstag daheim gegen Leeds, die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch, über eine Nullnummer nicht hinauskam. Für Leeds, künftig die Mannschaft von Österreichs Teamspieler Max Wöber, zählte das 0:0 wie ein Sieg. Was Wöber, der laut Marsch-Plänen den 33 jährigen Kapitän Liam Cooper im Abwehrzentrum ersetzen wird, aber noch nicht nach England flog, sicher freute. Mittwoch kann Leeds daheim gegen West Ham seine Lage im Abstiegskampf weiter verbessern. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze, auf denen der Kalajdzic-Klub Wolverhampton (daheim 0:1 gegen Manchester United durch ein Tor von Marcus Rashford), Nottingham und Southampton liegen, beträgt drei Punkte. Der neue Southampton-Trainer Nathan Jones schaffte in drei Runden keinen Punkt, da es Samstag im Craven Cottage von London gegen Fulham als bessere Mannschaft durch ein Tor nach 88 Minuten eine 1:2 (0:1)-Niederlage gab. Die prekäre Lage der Saints kann offenbar nicht am im November berurlauten österreichischen Trainerduo, an Ralph Hasenhüttl und Richard Kitzbichler, gelegen sein.
Auch für Österreichs Teamkapitän David Alaba gab es Samstag daheim in Madrid ein Erfolgserlebnis. Weil Barcelona im hektischen Stadtderby gegen Espanol über ein 1:1 (1:0) nicht hinauskam, den Zweipunktevorsprung auf Real Madrid aus der Hand gab. Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz zückte zwei rote und elf gelbe Karten. Das ist jener Referee mit dem strengen Blick, der beim WM-Viertelfinale zwischen Argentinien und Holland 16 gelbe Karten verteilte.