Auch für Ligavorstand Christian Ebenbauer gibt es keine Diskussion über die neue Attraktion der Bundesliga namens Martin Hinteregger (Bild). Sonntag gibt es das Comeback des 32 jährigen Innenverteidigers nach zweieinhalb Jahren Profipause, sein erstes Bundesligaspiel nach 3087 Tagen seit dem 0:0 mit Red Bull Salzburg gegen Rapid am 28. August 2016. Das Debüt für Austria Klagenfurt wird sein 145. Spiel in der Bundesliga. Alle bisherigen 144 bestritt er für die Bullen, gegen die er Sonntag unbedingt Punkte holen will. Salzburgs Trainer Thomas Letsch kennt Hinteregger aus seinen zehn Jahren in Salzburg zwischen 2006 und 2016, als er unter ihm bei der Filiale Liefering zum Einsatz kam. Für Letsch wird es Sonntag sein drittes Bundesligaspiel als Salzburg-Trainer. Bei den ersten zwei im Dezember 2015 war er die Interimslösung nach der Beurlaubung des Schweizers Peter Zeidler. Damals kassierte Salzburg kein Tor (0:0 in Mattersburg, 2:0 gegen Rapid). Ob dies auch in Klagenfurt gelingen wird? Offensiv wird beim ersten Bundesligaspiel von Karim Onisiwo seit 2. Dezember 2015 (damals mit Mattersburg 0:0 gegen Grödig) sicher Oscar Gloukh stark abgehen. Der Israeli erlitt beim 1:2 im Cup gegen den LASK einen Armbruch. Auch Linksverteidiger Aleksa Terzic fällt aus, Maurits Kjaergaard ist noch nicht bereit für ein Comeback, das Salzburgs Mittelfeld gut tun würde.
Hinteregger ist nicht nur der einzige Spieler in der Bundesliga, der schon die Europa League gewann. Das war vor drei Jahren mit Eintracht Frankfurt, danach verkündete er seinen Rücktritt, war bei seinem Heimatklub Sirnitz in der Unterliga Trainer und Spieler. Hinteregger ist auch der einzige spielende Klub-Präsident. Das ist er beim Stolz von Meidling, dem 14. der Regionalliga Ost, der Wiener Viktoria, die seit elf Jahren von Toni Polster trainiert wird. Einen Zuschauerboom löst Hintereggers Rückkehr nicht aus: Klagenfurt-Insider erwarten nicht mehr als 3000 Zuschauer im Wörthersee-Stadion. Trotz Hinteregger wird es den Violetten aus der Kärntner Landeshauptstadt nicht gelingen, in den ausstehenden sechs Runden des Grunddurchgangs acht Punkte Rückstand auf Rang sechs aufzuholen. Da müsste Trainer Peter Pacult ein wahrer Zauberer und Hinteregger der beste Hinteregger, des es je gab, sein, damit Austria Klagenfurt zum vierten Mal hintereinander in die Meisterrunde kommt. Realistisch ist, das Hinteregger seinen Beitrag dazu leisten wird, dass Klagenfurt nicht in Abstiegsnöte kommen wird. Finanznöte gibt es weiterhin, wie die in dieser Woche bekanntgegeben Zahlen über das letzte Geschäftsjahr zeigten: Zwar steigen die Einnahmen von 8,65 auf 9,54 Millionen Euro, dennoch gab es ein Minus von 2,7 Millionen.
Nach dem Hinteregger-Comeback steht das Linzer Derby um Platz sechs, für das bis Freitag 17.600 Karten verkauft waren, im Blickpunkt. Der LASK kann Blau Weiß überholen, wenn die Revanche für das 0:1 vom September durch eines der elf Tore von Ronivaldo beim Einstand von Markus Schopp als Trainer gelingt. Der „Push“ durch den Cupsieg gegen Salzburg soll dazu verhelfen.
