Fußball

Salzburg testete schon! Weg zur Fortsetzung mit Geisterspielen kann nicht perfekt sein

Oliver Mintzlaff, der Boss von RB Leipzig, bezeichnete es Samstag als absolutes Desaster, sollte die Saison nicht im Mai mit Geisterspielen fortgesetzt, sondern abgebrochen werden. Weil es zur Insolvenz einiger Klubs führen würde. Am gefährdetsten dürfte wirklich Schalke sein. Sonst hätten sich dort alle Spieler, also auch das Österreicher-Trio Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf und Michael Gregoritsch, nach Gesprächen mit Sportvorstand Jochen Schneider bereit erklärt, auf ein Drittel ihrer Prämien zu verzichten, wenn weiter gespielt wird. Und ein weiteres Drittel dem Verein zu stunden. Auch die Berater der Spieler sollen bei der Hilfsaktion mitmachen, entweder die im März kassierten Honorare zurückzahlen oder auf einen Teil von denen, die im September fällt, werden verzichten.

Das Damoklesschwert mit der Insolvenz einiger Klubs bei einem Abbruch der  Saison schwebt auch über Österreichs Bundesliga. Wahrscheinlich über der Hälfte der zwölf Vereine. Darum überrascht und verwundert bei allen Schwierigkeiten, die man ohnehin aus dem Weg räumen muss, um die Saison fortsetzen zu können, wenn man nur an die notwendigen Corona-Tests vor jedem der ausstehenden  63 Spiele denkt, wie viele hausgemachte Probleme dazu konstruiert werden. Das wirkt fast so, als wolle man den Abbruch herbeiführen. Der Meister gehört garantiert nicht dazu: Bei Red Bull Salzburg wurden Freitag bereits bei Spielern und Betreuerteam um Jesse Marsch, Frankie  Schiemer und Rene Aufhauser (Bild oben von rechts)  die  Coronavirus-Tests durchgeführt. Bis Samstag Abend waren 60 Prozent ausgewertet. Positives Ergebnis gab es, wie die Salzburger via Twitter bekanntgaben, keines.

Auch in der Ligazentrale wird sicher niemand am Abbruch interessiert sein. Aber warum die weiter am 30. Juni als Ende der Saison festhält, bleibt rätselhaft. Obwohl eigentlich allen klar sein müsste, dass dieser Termin nicht zu halten sein wird.  Wenn sowohl der Weltverband FIFA als auch die UEFA bereits voreineinhalb Wochen grünes Licht gaben, die Saison notfalls um Monate zu verlängern, was Dienstag bei der nächsten Krisensitzung der UEFA mit den 55 Generalsekretären der nationalen Verbände nochmals bekräftigt werden wird, dann braucht man sich in Österreich keine Gedanken mehr an den 30.Juni zu verschwenden. Auch auf die Spielerverträge hinzuweisen, die mit Ende Juni enden, geht an der Realität vorbei: Im letzten Rundschreiben erklärte die FIFA, dass die Verträge weltweit auch ohne Einverständnis der Spieler solange ihre Gültigkeit behalten, bis die Saison beendet ist. Auch wenn die bis in den Juli oder  August dauern sollte. Bei der UEFA steht der 29.August als Termin für das Champions League-Endspiel aktuell zur Diskussion,

Also darf man sich in Österreich nicht hinter Formalismen verstecken. Oder wie Donnerstag passiert, fünf Wochen Zeit zur Vorbereitung auf den Start fordern. Hartbergs Trainer Markus Schopp fand mit der Behauptung, dass es den perfekten Weg zur Fortsetzung nicht geben kann und wird, die richtigen Worte. Also solle man mit positiver Einstellung an den Trainingsstart in kleinen Gruppen am Dienstag herangehen, Wie es vielerorts auch getan wird. Die Fitness-Trainer haben die Werte der  Spieler währen der Heimtrainings-Wochen  ohnehin stets kontrolliert und daran erkannt,  wer seriös an die Umsetzung der Vorgaben heranging und wer sündigte. Generell hat die Fitness bisher sicher nicht entscheidend gelitten, Ab Dienstag kann das Training auf Rasen viel mehr Möglichkeiten bieten als das Heimprogramm.

Bei einigen Klubs steht das Szenario dafür bereits fest. Etwa bei Austria. Das haben Trainer Christian Ilzer (Bild oben) und Athletik-Coach Marco Angeler letzte Woche abgesprochen. Zunächst steht Fitnesstraining mit dem Ball am Programm, wobei in Sechsergruppen durchaus schon taktische Elemente einfließen können: „Fußballfitness kriegt man nur durch spielen“, behauptet Angeler. Ilzer sieht als nächste Stufe zwei Wochen Mannschafstraining als ausreichend,. Dann würde die Matchfitness zwar nicht ideal sein, aber reichen, um bereit zu sein. So positiv muss man an die Sache herangehen. Tat auch Wolfsbergs Trainer Ferdinand Feldhofer. Er telefonierte mit Kollegen aus der deutschen Bundesliga, um ihre Erfahrungen vom Training in kleinen Gruppen zu hören. Für Feldhofer steht fest, dass pro Gruppe zu Beginn eine Einheit 90 Minuten dauern wird. Bei Sturm Graz sorgt schon Kiril Despodov für positive Gedanken: Der Bulgare ist nach einer Operation des Sprunggelenks wieder voll einsatzfähig.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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