Fast keine Woche verging, in dem es nicht Spekulationen über die Zukunft von Österreichs Teamkapitän David Alaba gab. Auch der Großmeister der italienischen Transferexperten, Fabrizio Romano, beteiligt sich daran. Alaba zu Milan, dann zu Napoli und Bologna – nichts traf ein. Jetzt wird es laut Romano doch die Serie A. Bei Udinese Calcio, dem Verein, der nur 52 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt ist. Dass er mehr als Spekulation sein könnte, zeigte bereits Mittwoch die Homepage: Auf der wird ein bevorstehender Erwerb angekündigt. Mit dem Bild eines weißen Klappsessels. Der gilt als Markenzeichen, seit Alaba in seiner ersten Saison mit Real Madrid auf dem Weg ins Finale der Champions League im Frühjahr 2022 nach dem Aufstieg gegen Paris St. Germain mit einem weißen Klappsessel im Bernabeu-Stadion jubelte. Bei Udinese hatte von 1983 bis 1985 der brasilianische Weltstar Zico gespielt. Donnerstagmittag war alles offiziell: Alaba unterschrieb bei Udinese einen Einjahresvertrag bis 2027.
Udinese belegte letzte Saison Platz zehn, liegt derzeit nach fünf Runden mit nur einem Sieg bei drei Niederlagen auf Rang 13. Im Kader stehen 22 Legionäre, darunter sechs Innenverteidiger. Keiner hat die Klasse von Alaba, zwei sind derzeit verletzt: Ex-Salzburg-Legionär Oumar Solet und das 18-jährige Talent Matteo Palma, dessen Vater österreichisch-italienischer Herkunft ist. Zum Kader gehört wieder der ehemalige österreichische U 21-Teamspieler Sandi Lovric: Seit 2022 ist er bei Udinese, im Frühjahr war er an Hellas Verona verliehen. Nach dem Abstieg mit Hellas kehrte der Osttiroler zu Udinese zurück. Zuletzt gab es eine 0:1-Heimniederlage gegen Cagliari, da waren der Ire James Abankwah, der Belgier Christian Kabasele und der Franzose Enzo Ebosse die drei Innenverteidiger. Trainer ist seit 2024 der in Wien geborene Deutsche Kosta Runajic. Zuvor war er in Polen bei Legia Warschau und Pogon Stettin, in Deutschland bei 1860 München und Kaiserslautern.
Udinese steht seit 40 Jahren im Besitz der Familie Pozzo. Patron Giampiero ist der Eigentümer, Sohn Gino der Sportchef, der auch den englischen Klub Watford (derzeit 20. der zweiten Liga) besitzt, Tochter Magda ist für die kommerziellen Aufgaben zuständig. Im Frühjahr 2025 gab es Meldungen über einen Verkauf des Klubs an den amerikanischen Guggenheimer Fonds, der aber doch nicht zustande kam. Bei Udinese hatte Sebastian Prödl nach fünf Jahren mit Watford in der Premier League 2021 seine Karriere beendet, weil er wegen Knieproblemen kein Spiel bestreiten konnte. Alaba könnte erstmals am 10. Oktober im Auswärtsspiel gegen Torino für Udinese im Einsatz sein. Das wäre sein erster seit dem am 2. Juli in Los Angeles bei Österreichs 0:3 im WM-Sechzehntelfinale gegen Weltmeister Spanien.
Foto: Real Madrid.
